Tösstal

Zusammen zur abwasserfeien Töss

Sechs Gemeinden und die Stadt Winterthur gründen eine Anstalt zur Abwasserentsorgung. Ziel ist es, das Grundwasser besser zu schützen. Die Verantwortlichen sehen die klare Zustimmung als Vertrauensbeweis.

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Nach solchen Abstimmungsresultaten fällt es den Verantwortlichen leicht an die Öffentlichkeit zu treten: Die Stadt Winterthur und alle sechs beteiligten Gemeinden haben dem Aufbau einer gemeinsamen Abwasserentsorgung deutlich zugestimmt. Am höchsten war der Ja-Anteil in der Stadt Winterhur mit rund 93,6 Prozent, am tiefsten in Fischenthal mit rund 80,4 Prozent.

Die Winterthurer Stadträtin Christa Meier sprach aufgrund der hohen Zustimmungswerte am Sonntagnachmittag denn auch scherzhaft von Nordkoreanischen Verhältnissen. Sie freue sich zusammen mit den Gemeinden über die klaren Resultate. Das Projekt sei ein gutes Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit, sagte sie: «Das Vorhaben ist ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll. Auf allen Ebenen entsteht eine Win-win-Situation.»

Es geht um viel Geld

Auch Susanne Stahl, Präsidentin der Steuergruppe des Projekts, freute sich an der Medienkonferenz in Winterthur über die Resultate. «Das ist ein grosser Vertrauensbeweis.» Immerhin hätten die Gemeinden dadurch ihre direkte politische Mitwirkung abgegeben. Denn nach der Gründung einer gemeinsamen Anstalt kann diese über einen eigenen Finanzhaushalt verfügen. Und die geplanten Investitionen sind beträchtlich. Sie belaufen sich in den nächsten 25 Jahren auf geschätzte 90 Millionen Franken. Geplant sind neue Leitungen, damit das Abwasser aus dem Tösstal direkt in die Reinigungsanlage Hard in Winterthur fliessen kann.

Grundwasserstrom schützen

Die beiden bestehenden Kläranlagen in Weisslingen und Bauma sollen hingegen bis spätestens im Jahr 2035 stillgelegt werden. Denn ihr gereinigtes Abwasser fliesst derzeit in die Töss und könnte dort langfristig den darunter liegenden Grundwasserstrom beeinträchtigen.

«Das Projekt ist ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll. Auf allen Ebenen entsteht eine Win-win-Situation.»Christa Meier, SP-Stadträtin Winterthur

Dieser hat jedoch eine grosse Bedeutung für die Region. Die Stadt Winterthur und Tösstaler Gemeinden beziehen daraus einen grossen Teil ihres Trinkwassers.

Langfristig sinkende Kosten

Besonders stark betroffen ist die Gemeinde Bauma, da sie erst kürzlich die Sanierung ihrer Kläranlage abgeschlossen hat. «Das war für uns ein grosser Brocken», sagte der Baumer Gemeinderat Rudolf Spörri am Sonntag an der Medienkonferenz in Winterthur. Dennoch sei eine Stilllegung bis ins Jahr 2035 langfristig die beste Lösung.

«Das ist ein grosser Vertrauensbeweis.»Susanne Stahl, SP-Gemeinderätin Zell, Präsidentin Steuerungsgruppe Regionale Abwasserentsorgung Tösstal

Dadurch werde das Grundwasser besser geschützt und mit der Zeit würden auch die Kosten sinken. «Die Vorlage war sehr ausgewogen, gut vorbereitet und mit vielen Zahlen unterlegt.» Susanne Stahl aus Zell führte die deutliche Zustimmung ebenfalls auf die gute Vorarbeit zurück. «Wir haben mehrere Informationsveranstaltungen durchgeführt und konnten viele auch im direkten Kontakt vom Projekt überzeugen.» Nach wie vor ist laut Susanne Stahl offen, wie stark sich der Bund und der Kanton am Projekt beteiligen werden. Obschon man mit Beiträgen rechnen kann, sind diese in den Wirtschaftlichkeitsrechnungen bisher nicht berücksichtigt worden.

Erstellt: 19.05.2019, 17:58 Uhr

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