Neuhegi

Zwei Jahre wird gebaut an den zerstückelten, halbgrünen Pärken

Zwei schmale Parkanlagen verbinden künftig das neue Schulhaus mit dem Bahnhof Neuhegi. Gestern tätigte Stadtrat­­ ­Fritschi den ersten Baggerstoss.

Ein «Parkband» für den neuen Stadtteil: Projektleiter Boris Flügge bei der Medieninformation vor dem Schulhaus Neuhegi.

Ein «Parkband» für den neuen Stadtteil: Projektleiter Boris Flügge bei der Medieninformation vor dem Schulhaus Neuhegi. Bild: Enzo Lopardo

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Neuhegi polarisiert: modernes, ur­banes Trendviertel oder Agglo-Quartier mit lieblosen Plattenbauten? Jedenfalls wird der Stadtteil bald ein kleines bisschen grüner: Gestern Morgen stieg Stadtrat Stefan Fritschi (FDP) vor den Medienvertretern auf den Bagger und warf beim Schulhaus Neuhegi die erste Schaufel Erde um. Zwei Jahre lang wird hier nun gebaut.

Es entsteht das, was die Stadt ein «Parkband» nennt: eine langgezogene Parkanlage zwischen dem Schulhaus, das in einer ­Woche in Betrieb geht, und dem Bahnhof Neuhegi, durchtrennt von der grössten Strasse am Ort, der Sulzer-Allee.

«Föhren und Weiden passen zum
Brachen-Charakter
der Pärke.»
Stefan Fritschi,
Stadtrat (FDP)

Getauft wurden die Pärke Sulzer- und Ida-Park, mit Bezug auf die historisch ­bedeutsame Industriefirma und die frühe Frauenrechtlerin und Krippengründerin Ida Sträuli, nach der auch die an das Schulhaus angrenzende Strasse benannt wurde.

Fritschi erklärte gestern noch einmal das Prinzip: Man erlaubte seinerzeit den Grundbesitzern eine ausserordentlich dichte Bauweise, verpflichtete diese dafür, grössere Parkanlagen vorzusehen und zu bezahlen.

Die zwei neuen Pärke kosten rund 1,9 Millionen Franken. Vorerst begleicht die Stadt die Rechnungen der Gartenbaufirma Holenstein, deren Geschäftsführer gestern ebenfalls vor Ort war; die Grundeigentümer bezahlen die Summe später zurück. Den Unterhalt der Pärke dagegen bezahlt fortan die Stadt, wie Fritschi ebenfalls sagte.

Café, Kurbelwelle, ­kein Rottweilergehege

Stolz ist man bei der Stadt auf die für Winterthur neuartige Parzellierung der Parks: Fertig gebaut werden nur die Hauptwege, um die herum man Bäume pflanzt, und etwa die Hälfte der angrenzenden Parzellenflächen, auf denen Spielplätze sowie Liege- und Spielwiesen angelegt, Sitzbänke aufgestellt und weitere Bäume angepflanzt werden.

Die andere Hälfte der Parkflächen soll von Anwohnern nach ihren Ideen selber gestaltet werden, «natürlich gesteuert von der Stadt», wie Projektleiter Boris Flügge sagte: «Eine Rottweilerausbildungsstätte wird es hier nicht geben.»

Bereits festgelegt sind zwei Vorhaben:

Angrenzend an das geplante Pflegezentrum wird ein Gartencafé eingerichtet, und es wird eine knapp 60 Tonnen schwere Kurbelwelle eines alten Schiffsdieselmotors im Park aufgestellt, eine Art Kunst am Bau und «Erinnerung an die Industriegeschichte», wie Stadtrat Fritschi sagte.

Ganz grün werden die Parks also nicht werden. Auch die anzupflanzenden Weiden und Föhren sollen den ruderalen, also brachflächigen Charakter der Parks unterstützen, so sagte Fritschi. Nicht in die Brache passen offenbar Velos; auf den Wegen soll ein Fahrverbot gelten. Auf den einst erwägten Rekurs hat Pro Velo verzichtet, wie Verbandspräsident Kurt Egli auf Anfrage sagt: Velofahrer sollen künftig, statt durch den Park, in gerader Verlängerung der Ida-Sträuli-Strasse über ein neues Baufeld zum Bahnhof Hegi radeln können.

Die Stadtplaner scheinen das Diktum vom «zweiten Stadtzentrum» Grüze/Neuhegi verinnerlicht zu haben. So lässt sich zwar sicherlich darüber streiten, ob der Eulachpark in Winterthur zentral gelegen sei, doch bezeichnete Projektleiter Flügge diesen als «Central Park» der Stadt. Als Mittelpunkt eines neuen «Freiraumrings mit Pocketparks» soll dieser inskünftig fungieren.

Auch neue Wohnblöcke werden bald gebaut

Zentral oder nicht: In den nächsten Jahren wird es zumindest ein bisschen grüner in Neuhegi – teilweise. Unmittelbar neben dem Parkareal ragen derzeit hohe Bauvisiere in den Himmel,die weitere massive, fünf- bis siebengeschossige Wohnneubauten ankündigen. (Der Landbote)

Erstellt: 13.08.2018, 20:53 Uhr

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