Winterthur

Zwei Monate Zwangspause, drei Kündigungen

Zwei Monate lang hat die Sammlung «Am Römerholz» wegen Unterhaltsarbeiten geschlossen. Das hat auch Entlassungen zur Folge.

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Seit heute hat die Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» in Winterthur geschlossen. Grund sind Unterhaltungsarbeiten im Bereich Technik und Systeme, die in den nächsten zwei Monaten durchgeführt werden.

«Die Kunstwerke sind von den Arbeiten an den Gebäuden nicht betroffen», sagt Direktorin Kerstin Richter. Trotz der Schliessung hätten sie und die Museums-Angestellten viel zu tun. «Alle Bilder müssen abgehängt und in den Sicherheitsraum gebracht werden». Zudem nutze man die Zeit für kleinere Arbeiten, so sei etwa ein Spezialist zum Nachbessern der Bilderrahmen vor Ort.

«Ich bin nicht glücklich über das Vorgehen.»ISS-Regionalchef und FDP-Gemeinderat Markus Wenger

Ganz anders sieht es für die 19 Angestellten der externen Firma ISS aus, die am Römerholz in den Bereichen Aufsicht, Kasse, Reinigung und Aussenarbeiten tätig sind. Drei Mitarbeitern des Aufsichtspersonal wurde aufgrund der mindestens zweimonatigen Pause gekündigt – und in Aussicht gestellt, sie ab August wieder zu den gleichen Konditionen einzustellen.

«Ich bin nicht darüber glücklich», sagt der zuständige Regionalleiter des ISS und FDP-Gemeinderat Markus Wenger. «Wir haben uns wirklich bemüht eine andere Lösung zu finden». Er habe sich schlussendlich dafür entschieden, da für die Angestellten dadurch klare Verhältnisse geschaffen wurden. «Und das ist wichtig», sagt Wenger. Ob die Mitarbeiter, die je zu etwa 40 Prozent angestellt sind, die zwei Monaten mit dem RAV überbrücken werden, wisse er nicht. Drei weitere Mitarbeiter hatten im Vorfeld selber gekündigt, zwei weitere wurden in die Pensionierung geschickt.

«Wir sind uns bewusst, dass die beiden Sommermonate ein ungünstiger Zeitpunkt für eine Schliessung sind.»Kerstin Richter, Museums-Direktorin

«Wir sind uns bewusst, dass die beiden Sommermonate ein ungünstiger Zeitpunkt für eine Schliessung sind», sagt Richter. Gerade auch da insbesondere der Juni ein gutbesuchter Monat sei. Die Entscheidung, wann die Arbeiten durchgeführt werden, obliege schlussendlich aber der Bauherrin, dem Bundesamt für Bauten und Logistik.

Um die Arbeiten zu sichern, habe man sich entschlossen, das Museum ganz zu schliessen. Dass bald etwas gemacht werden müsse, sei schon länger klar gewesen. Nach dem Abwägen der Vor- und Nachteile habe man sich für diesen Zeitpunkt entschieden. «Nun sind wir froh, dass wir es in acht Wochen schaffen, das ist schon sehr knapp berechnet», so Richter.

Neue Gesichter

Bereits im Februar seien alle Betroffenen informiert worden. So auch House of Winterthur. An dessen Schalter am Hauptbahnhof werde man die Gäste selbstverständlich auf die Schliessung, aber auch auf die vielen weiteren Attraktionen in und um Winterthur hinweisen, sagt Sprecherin Karin Landolt. Ein konkretes Alternativ-Angebot gebe es aber nicht. Auch der Museumsbus dreht weiter seine Runden, da die Klinik Lindberg weiterhin angefahren werden solle. Zudem bleibt das Museumscafé bis auf die zweiwöchige Sommerpause in der zweiten Juli-Hälfte geöffnet. So wie auch der Garten, in dem weiterhin Führungen und Picknicks möglich sind.

Für die Besucher wird sich nach der Wiedereröffnung am 31. Juli wenig ändern. Aber: «Wir werden die Gelegenheit nutzen um die Bilder in einzelnen Räumen neu zu hängen», erklärt Richter. So dürfe man auf ein paar «neue Gesichter» gespannt sein. In die permanente Sammlung integriert werden, sollen etwa Bilder, die schon länger nicht mehr zu sehen waren.

Erstellt: 04.06.2018, 19:48 Uhr

Weitere Informationen

Mehr zur Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» in Winterthur finden Sie unter www.bundesmuseen.ch/roemerholz

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