Tiereinsatz

Zweimal in dieselbe Laterne verirrt

Verirrte Tauben lösten am Untertor schon zweimal einen Feuerwehreinsatz aus. Der Kommandant hat genug, Stadtwerk will jetzt durchgreifen.

Verirrt sich ein drittes Mal eine Taube in die Laterne am Untertor? Das will Stadtwerk verhindern.

Verirrt sich ein drittes Mal eine Taube in die Laterne am Untertor? Das will Stadtwerk verhindern. Bild: Madeleine Schoder

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«Da sitzt eine Taube in der Laterne.» Dieser Notruf ging am Mittwoch um 12.32 Uhr bei der Winterthurer Feuerwehr ein. Drei Mitarbeiter rückten sofort aus und erreichten mit ihrem E22-City-Lösch-und-Logistikfahrzeug, das wegen seiner Vielzahl von Leitern perfekt für die Tierrettung geeignet ist, wenige Minuten später die besagte Strassenlaterne am Untertor 39, zwischen dem McDonald’s und der Adler-Apotheke.

Da war die Taube aber bereits wieder weggeflogen.

Eine Befragung von Passanten ergab, dass sich das Tierchen eine kurze Zeit lang tatsächlich im Innern der Strassenleuchte aufgehalten hatte, hinein- und wieder hinausgeklettert ist es wohl über eine kleine gitterförmige Öffnung am Boden der Laterne.

«Das wäre ja eigentlich keine grosse Sache», sagt Feuerwehr-Kommandant Jürg Bühlmann. «Aber es ist nun bereits das zweite Mal passiert in diesem Sommer.» Auch am 19. Juli waren Mitarbeiter der Feuerwehr wegen eines identischen Notrufs ausgerückt, an dieselbe Adresse. Und auch damals war die Taube bei der Ankunft der Feuerwehrmänner bereits wieder weg.

Belege, dass es sich in beiden Fällen um dasselbe Tier handelte, liegen nicht vor. Klar ist nur, dass es sich bei der Gegend um das unangefochtene Zentrum der Winterthurer Taubenpopulation handelt. Auf dem Salzhaus und auf dem Dach des Hauptbahnhofes stehen zwei von der Stadt kontrollierte Taubenschläge.

Fledermäuse ja, aber Tauben?

Ein drittes Mal soll sich ein solcher Einsatz nicht wiederholen, findet Jürg Bühlmann und wandte sich deshalb diese Woche an die Verantwortlichen für die öffentliche Beleuchtung bei Stadtwerk. Dort war man überrascht. Vögel, die sich in Laternen verirren, kannte man in Winterthur bis anhin nicht. Probleme machen gelegentlich Fledermäuse, die in die Strassenleuchten hineinklettern, sie tun dies aber bei anderen Laternentypen.

Beim Typus vom Untertor handelt es sich um eine alte Gussleuchte, circa 150 Stück dieser Art sind heute noch in der Altstadt und im Stadtgarten im Einsatz. Sie wurden 2008 nachträglich auf die heutige Technik umgebaut, und darin liegt wohl auch der Grund für den Taubenalarm.

Ein Testlauf

«Tatsächlich haben die Leuchten am Boden eine Öffnung», sagt Beat Frischknecht von der Abteilung für öffentliche Beleuchtung. «Im Zuge der Umrüstung 2008, als das gelbe Natriumlicht mit weissem Licht ausgetauscht wurde, zeigte sich, dass wir die Laternen nicht sauber schliessen können.» Es drohte eine unschöne Ansammlung von Insekten. «Also liessen wir sie unten offen.»

Nach den Abklärungen wird Stadtwerk jetzt aktiv, nächste Woche wird die Laterne am Untertor 39 ganz verschlossen. Je nach Entwicklung nehmen sich die Fachleute auch die restlichen Gussleuchten vor. (Der Landbote)

Erstellt: 12.08.2017, 09:49 Uhr

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