Winterthur

Vorfreude auf die «Zwillingsplätze» am Gleis

Ein «Deckel» ist fast fertig, beim anderen geht es erst richtig los: Baustadtrat Josef Lisibach findet die Gleisquerung bereits jetzt eine «geniale Geschichte».

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Baustadtrat Josef Lisibach (SVP) führte persönlich über die Grossbaustelle, sekundiert von Stadtingenieur Max Reifler und Projektleiter Armand Bosonnet. «Die Umbauten rund um den Hauptbahnhof sind schliesslich ein Generationenprojekt», sagte er. «Finanziell und von der Komplexität her wird es auf lange Zeit nichts geben, was vergleichbar ist.»

Inklusive der bereits erstellten Teile wie des neuen Busbahnhofs verbaut die Stadt rund 84 Millionen Franken; die Arbeiten werden bis 2021 dauern. «Winterthur wächst», sagt Lisibach. «Und auch die SBB bauen aus. Heute nutzen täglich 95 000 Passagiere den Bahnhof. Nach dem Fahrplanausbau 2018 rechnen die Planer mit bis zu 140 000. Dafür wollen wir bereit sein.»

Das jüngste Teilstück, die Gleisquerung Stadtmitte, sei dank gutem Bauwetter terminlich voll auf Kurs, sagt Bosonnet. Zwischen Coop City und Salzhaus ist der «Deckel» über der Technikum­strasse fertig betoniert und teilweise begehbar. Noch stehen hier Baumaschinen, doch schon im November können hier Fussgänger über einen dreissig Meter breiten Platz zum Gleis 3 schlendern.

Velotunnel auf halber Höhe

Überragt wird der neue Platz von einem pilzartigen Betondach, das den Treppenabgang zur Unterführung markiert; auch einen Lift wird es geben. Mit den Velofahrern kommt man sich nicht ins Gehege; sie werden stadtauswärts auf einer separaten Galerie auf halber Höhe durch die Unterführung geleitet, wie dies bereits stadteinwärts der Fall ist. Es war und ist eine diffizile Baustelle, direkt am Bahngleis und nur Zentimeter über den Fahrleitungen der Busse. Und doch kam es bisher zu keinen nennenswerten Unfällen.

«Die zwei neuen Plätze beidseits der Unterführung sind sozusagen Zwillinge», erklärt Lisibach. Die Pilzdächer stehen sich in gerader Linie gegenüber und beide Seiten bekommen grosse Brunnen und Sitzbänke in gleicher Form. «Der Stadtrat wird 2016 einen Namenswettbewerb für die neuen Plätze ausschreiben», verrät Lisibach. «Schön wären zwei Namen, die zusammenpassen, à la Max und Moritz.»

Kein Niemandsland mehr

Lisibach macht keinen Hehl daraus, dass die Gleisquerung (neben der neuen Parkdeckrampe) sein Lieblingsprojekt aus dem Masterplan ist. «Das ist eine geniale Geschichte», sagt er, «ein durchgehender Platz vom Kesselhaus bis zum Erlenhof.» Die Stützmauer gegen die Rudolfstrasse steht schon, bald wird mit dem Abbruch der alten Rampe begonnen.

«Der Umbau des Zentrums Neuwiesen kommt gerade richtig, denn das wird hier ein äusserst attraktiver Standort», sagt Lisibach. Aufgewertet wird aber auch der Weg zu seinem Arbeitsplatz im Superblock. «Bisher schickte man Besucher des Sulzer-Areals ja wirklich ins Niemandsland, auf all diesen schmalen Stegen und Spiralwegen», pflichtet ihm Bosonnet bei. Mitte 2016 soll der neue Platz bereit sein.

Im Windschatten des Grossprojekts werden auch andere Löcher gebuddelt. Vor der Archbar presst eine Mikrotunnelmaschine dicke Abwasserrohre Richtung Vogelsang. Man würde den neuen Platz ja ungern gleich wieder aufreissen. Auch auf der Neuwiesenseite denkt man voraus: Die Metallbrücke, die nächstes Jahr überflüssig wird, wird nicht verschrottet, sondern an der Eulach weiterverwendet. (Landbote)

Erstellt: 01.09.2015, 21:22 Uhr

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