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Abriss von Erb-Villa beantragt

In der heute verlassenen Villa am Wolfensberg wuchs Pleitier Rolf Erb auf. Um mehr Geld für seine Gläubiger herauszuholen, wird jetzt ein Abriss geprüft.

Nicht im Denkmalschutz-Inventar: Die leer stehende «Villa Schoellhorn» am Wolfensberg. Hier wuchsen Rolf und Christian Erb auf.
Nicht im Denkmalschutz-Inventar: Die leer stehende «Villa Schoellhorn» am Wolfensberg. Hier wuchsen Rolf und Christian Erb auf.
Marc Dahinden

Spaziergänger am Wolfensberg kennen das verlassene, schlossartige Haus gut. Etwas abgelegen steht es da, umstellt von dunklen Nadelbäumen. Seit Jahren ist es unbewohnt und verlottert allmählich. Hier wuchs der spätere Milliardenpleitier Rolf Erb auf. Kurz bevor das Firmenimperium 2004 zusammenbrach, überschrieb er das Haus mit zahlreichen anderen Objekten an seine Zwillingssöhne.

Das Bundesgericht entschied nach jahrelangem Prozesskrieg, dass die Erbs ihre Besitztümer hergeben müssen. Sie werden verkauft, um die Gläubiger zu entschädigen. Im Rahmen der Verkaufsvorbereitung hat das Konkursamt Thurgau bei der Stadt Winterthur eine Abbruchbewilligung eingereicht, berichtete der «Blick» gestern.

Der Gläubigervertreter Matthias Hotz bestätigt diese Meldung auf Anfrage. Das Baugesuch sieht zudem eine Vergrösserung der Wohnfläche von 490 Quadratmeter um 30 Prozent vor sowie einen Ersatz des Schwimmbeckens. Es gehe darum, herauszufinden, was auf dem Grundstück baulich möglich sei, sagt Hotz. So könne der bestmögliche Preis herausgeholt werden.

Das Haus steht seit 2001 leer, 2005 wurden im Innern letzte Renovationsarbeiten durchgeführt. Unter Denkmalschutz steht es nicht. Gebaut hatte es 1937 Kurt Schoellhorn, der technische Direktor der Haldengut-Brauerei. Sein Grossneffe Andreas Schoellhorn hat Verständnis für die Abrisspläne: «Das Schönste daran war früher der prächtige Garten, der leider recht zugewachsen ist. Das Haus selbst hatte mein Grossonkel erst später gebaut und nur als Sommerhaus genutzt. Die Bausubstanz ist nicht besonders gut.»

In den Besitz der Familie Erb kam das Haus mit dem 6000 Quadratmeter grossen Garten im Jahr 1970. Rolf Erbs Bruder Christian, einst Olympiateilnehmer, übte in Jugendtagen hier Diskus- und Speerwerfen.

Es spukt im Haus

Im Haus soll es sogar spuken. Christian Erb erzählte dem «Landboten» 2008, ein Gärtner habe einst beim Baumfällen die Säge niedergelegt, weil ihm eine Frau erschienen sei, die ihm befahl aufzuhören. Der Mann habe die Erscheinung genauso beschrieben, wie Christian Erbs verstorbene Mutter aussah. Sie hatte die Bäume einst gepflanzt.

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