Erste Bank streicht Ferien für ältere Angestellte

Valiant hat ein Altersprivileg aus dem Vertrag gestrichen. Jetzt gibt es zusätzliche Ferien nur noch gegen Lohnverzicht.

Jeder zehnte Mitarbeiter bei Valiant ist von der Ferienkürzung betroffen. (Symbolbild)

Jeder zehnte Mitarbeiter bei Valiant ist von der Ferienkürzung betroffen. (Symbolbild) Bild: Keystone

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Wie können ältere Arbeitnehmende ihren Job auf dem Arbeitsmarkt sichern? Und wie können ältere Arbeitslose wieder ins Berufsleben integriert werden? Beide Themen sind topaktuell, ohne dass allerdings bis jetzt eine Lösung gefunden worden wäre. Ein Gehaltsverzicht, ein Schritt zurück auf der Karrierestufe: Gegen beides wehren sich Arbeitnehmerorganisationen vehement.

Einen ersten Schritt in diese Richtung hat die Regionalbank Valiant unternommen: Seit Anfang dieses Jahres haben Angestellte ab dem 56. Altersjahr keinen Anspruch mehr auf einen zusätzlichen Ferientag pro Altersjahr bis zum Maximum von sechs Wochen ab 60. Diese vertragliche Anpassung war bereits per 1. April 2018 in Kraft getreten – mit einer Übergangsfrist bis 1. Januar 2019. Laut Sprecher Marc Andrey seien die Anpassungen damals vom gesamten Personal akzeptiert worden. Betroffen seien 100 Mitarbeitende.

Wer unter den knapp tausend Valiant-Angestellten mehr als die vertraglich zugesicherten fünf Wochen Ferien will, kann bis zu 20 zusätzliche Ferientage gegen entsprechenden Lohnverzicht beanspruchen. Die Bank begründet die Ferienkürzung damit, dass alle Mitarbeitenden unabhängig von Geschlecht und Alter bei gleicher Leistung und gleichem Verhalten gleichgestellt seien.

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Vorschläge der UBS

CH Media, die Mediengruppe der «Aargauer Zeitung», berichtete unter Berufung auf den Schweizerischen Bankpersonalverband, dass sich einige Mitarbeitende dagegen wehren wollten, aber zu wenig Unterstützung bei den anderen Angestellten gefunden hätten. «Es ist kein Geheimnis, dass ältere Mitarbeiter es bei den Banken schwierig haben», wird eine Sprecherin des Verbandes zitiert. Der Kaufmännische Verband verweist laut CH Media auf eine Branchenvereinbarung mit den wichtigsten Schweizer Banken. Demnach dürften älteren Mitarbeitenden nicht eigenmächtig die Ferien gekürzt werden. Valiant hat diese Vereinbarung wie viele andere hiesige Geldinstitute nicht unterzeichnet.

Dass in der Finanzbranche jedoch sehr wohl darüber nachgedacht wird, zeigte sich bereits vor zwei Jahren. Bereits im Juli 2017 präsentierten Ökonomen der UBS Vorschläge dazu, wie ältere Mitarbeitende im Arbeitsprozess gehalten werden könnten. Ihre Erkenntnisse: Über 50-Jährige müssten Ja sagen zu Lohneinbussen sowie zu einer schrittweisen Reduktion bei Führungsverantwortung und Anforderungsprofil. Auch müssten sie die bei ihnen anfallenden höheren Lohnnebenkosten stärker als bisher selber tragen.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 11.01.2019, 08:21 Uhr

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