IAG übernimmt insolventen Ferienflieger Niki

Der British-Airways-Mutterkonzern IAG hat eine Einigung zur Übernahme des Ferienflieger Niki erzielt.

Niki musste am 14. Dezember den Flugbetrieb einstellen.

Niki musste am 14. Dezember den Flugbetrieb einstellen. Bild: John MacDougall/AFP

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Der insolvente österreichische Ferienflieger Niki ist zu grossen Teilen an den British-Airways-Mutterkonzern IAG verkauft worden. Durch das Geschäft blieben rund drei Viertel der tausend Arbeitsplätze erhalten, erklärte der Insolvenzverwalter von Niki und Air Berlin, Lucas Flöther, am Freitagabend in Berlin.

Der Konzern IAG erklärte, das er sich den Zukauf für seine spanische Tochter, den Billigflieger Vueling, 36,5 Millionen Euro kosten lassen werde.

Eine österreichische Tochtergesellschaft von Vueling übernehme die Niki-Markenrechte, ihre gesamten Start- und Landerechte sowie bis zu 15 Airbus-Flugzeuge der Typen A320 und A321, erläuterte Flöther. Der Verkauf der früheren Air-Berlin-Tochter soll demnach bis Ende Februar vollzogen sein. Zusätzlich zum Kaufpreis werde Vueling «einen Betrag in zweistelliger Euro-Millionenhöhe investieren, um ab Anfang Januar 2018 die laufenden Betriebskosten von Niki zu decken».

«Für beide Seiten gute Lösung»

Laut IAG werden hierfür 16,5 Millionen Euro bereitgestellt, die Vermögenswerte von Niki sollen mit 20 Millionen Euro abgegolten werden. Von den 1000 Niki-Beschäftigten sollen etwa 740 übernommen werden, wie IAG und der Insolvenzverwalter übereinstimmend mitteilten. In Deutschland sind derzeit noch 210 Personen bei Niki beschäftigt.

«Die Übernahme durch Vueling ist für beide Seiten eine sehr gute Lösung», erklärte Flöther. Niki bekomme «einen finanzstarken Partner mit einem langfristigen Fortführungskonzept» und Vueling werde durch die Übernahme «der Einstieg in viele attraktive Verbindungen ermöglicht».

Stärkere Präsenz von Vueling in der Schweiz

IAG-Chef Willie Walsh erklärte, die Übernahme werde «Vueling in die Lage versetzen, ihre Präsenz in Österreich, Deutschland und der Schweiz auszuweiten und den Kunden in der Region eine grössere Auswahl bei Niedrigkosten-Reisen zu bieten». Durch das Geschäft fallen laut IAG Start- und Landerechte in Städten wie Düsseldorf, München, Zürich, Wien und Palma de Mallorca an Vueling.

Niki war in Turbulenzen geraten, nachdem ihr Mutterkonzern Air Berlin Mitte August Insolvenz angemeldet hatte. Zunächst hatte die Lufthansa Niki zusammen mit weiteren Teilen von Air Berlin kaufen wollen. Deutschlands grösste Fluggesellschaft verzichtete Mitte Dezember aber wegen starker Wettbewerbsbedenken der EU-Kommission.

Daraufhin meldete Niki Insolvenz an und stellte am 14. Dezember ihren Flugbetrieb ein, sodass tausende Reisende festsassen.

Interesse an der Übernahme hatte auch der Gründer von Niki, der ehemalige österreichische Rennfahrer Niki Lauda, angemeldet. Am Donnerstag war aber bekannt geworden, dass Insolvenzverwalter Lucas Flöther exklusiv mit IAG verhandelt. Laut Flöther hat der vorläufige Gläubigerausschuss dem Verkauf von Niki an Vueling zugestimmt. Nun müsse noch die EU-Kommission grünes Licht geben. (fur/chk/sda)

Erstellt: 29.12.2017, 22:16 Uhr

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