Jetzt droht Trump mit Strafzöllen auf alle Importe aus China

«Ich bin bereit, bis 500 zu gehen», sagte der US-Präsident in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem US-Sender CNBC.

Macht noch mehr Druck im Handelsstreit mit China: US-Präsident Donald Trump.

Macht noch mehr Druck im Handelsstreit mit China: US-Präsident Donald Trump. Bild: Jonathan Ernst/Reuters

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US-Präsident Donald Trump hat im Handelsstreit mit China mit Strafzöllen auf alle in die USA importierten Waren aus der Volksrepublik gedroht. «Ich bin bereit, bis 500 zu gehen», sagte Trump in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem US-Sender CNBC. Damit nahm er Bezug auf die 505,5 Milliarden Dollar, auf die sich die Einfuhren aus China in die USA im vergangenen Jahr summierten.

«Ich mache das nicht für die Politik», sagte Trump. «Ich mache das, um das Richtige für unser Land zu tun». Die USA würden von China seit langer Zeit ausgenutzt.

Trump begründet seine auch im eigenen Land umstrittene Strafzollpolitik mit dem enormen US-Handelsdefizit gegenüber China, das er als Ausdruck einer unfairen Handelsbeziehung betrachtet. Trump hatte China bereits im Juni mit Strafzöllen auf Waren im Wert von bis zu 400 Milliarden Dollar gedroht. Peking kündigte entsprechende Gegenmassnahmen an.

Anfang Juli waren zuletzt US-Strafzölle auf chinesische Importe im Wert von 34 Milliarden Dollar in Kraft getreten, wenige Tage später kündigte Washington weitere Strafzölle auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar ab September an. China kritisiert, die USA würden mit immer neuen Strafzöllen den gegenseitigen Handel zerstören. Weltweit schürt der Konflikt massive Sorge vor einem Konjunktureinbruch.


Die komplette Chronologie des Handelsstreits:

22. Januar 2018:
Die US-Regierung verhängt hohe Zölle auf den Import von Solarmodulen und Waschmaschinen. China ist besonders betroffen.

8. März:
Trump ordnet Strafzölle auf Aluminium und Stahl an. Die Massnahme zielt in erster Linie gegen China, das den Weltmarkt mit billigem Stahl überschwemmt.

20. März:
Chinas Regierungschef Li Keqiang ruft die USA zur Zurückhaltung auf und versichert, seine Regierung werde das geistige Eigentum ausländischer Unternehmen «streng schützen». Die chinesische Wirtschaft werde sich weiter für ausländische Firmen öffnen.

23. März:
Die US-Aufschläge auf Stahl und Aluminium treten für China und weitere Länder in Kraft.

2. April:
China antwortet mit Gegenzöllen auf 128 US-Produkte im Gesamtwert von rund drei Milliarden Dollar, darunter Schweinefleisch und Obst.

3. April:
Die USA legen eine vorläufige Liste chinesischer Importwaren im Wert von rund 50 Milliarden Dollar vor, die mit hohen Abgaben belegt werden sollen, darunter Elektronik und Flugzeugteile.

4. April:
Peking droht seinerseits mit Zöllen auf US-Waren im Wert von 50 Milliarden Dollars darunter Autos, Flugzeuge und Soja.

10. April:
Chinas Präsident Xi Jinping macht ein Friedensangebot: Peking strebe keinen Handelsüberschuss an und wolle mehr importieren. Konkret kündigt er an, Zölle auf Autos zu senken.

17. April:
China hebt für ausländische Autohersteller den Zwang zur Beteiligung einheimischer Unternehmen auf.

4. Mai:
Bilaterale Handelsgespräche auf hoher Ebene enden in Peking ohne konkrete Ergebnisse.

19. Mai:
Nach einer zweiten Runde verkünden beide Seiten eine Einigung. Das US-Handelsdefizit solle erheblich verringert werden, Peking werde den Import von Waren und Dienstleistungen aus den USA deutlich erhöhen.

20. Mai:
Washington und Peking verkünden den Verzicht auf gegenseitige Strafzölle - vorerst, bis ein Rahmenabkommen ausgehandelt ist.

22. Mai:
Peking verkündet die Absenkung der Zölle auf Autos von 25 auf 15 Prozent bereits ab 1. Juli.

15. Juni:
Trotz der in den Vorwochen erreichten Annäherung verhängt Trump Strafzölle von 25 Prozent auf chinesische Importe im Wert von 50 Milliarden Dollar, von denen die meisten nach einer Frist von drei Wochen in Kraft treten sollen. Peking kündigt Vergeltungszölle gleichen Umfangs an.

18. Juni:
Trump droht China mit weiteren Strafzöllen auf Waren im Wert von bis zu 400 Milliarden Dollar. Peking kündigt wieder entsprechende Gegenmassnahmen an.

6. Juli:
US-Zölle auf chinesische Produkte im Wert von 34 Milliarden Dollar treten in Kraft. Die US-Regierung prüft, zusätzliche Waren im Volumen von 16 Milliarden Dollar in die Liste aufzunehmen.

10. Juli:
Washington kündigt neue Strafzölle auf Güter im Wert von 200 Milliarden Dollar ab September an. China kritisiert, die USA würden mit immer neuen Strafzöllen den gegenseitigen Handel zerstören.

20. Juli:
Trump droht mit Strafzöllen auf alle chinesischen Importe – die erreichten 2017 einen Wert von 505 Milliarden Dollar. (NN/afp)

Erstellt: 20.07.2018, 12:59 Uhr

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