Uber muss Fahrern in London Ferien und Mindestlohn zahlen

Der Fahrdienstvermittler will kein Arbeitgeber sein, sondern eine Plattform für selbstständige Fahrer. Nun ist Uber mit seiner Argumentation auch in London aufgelaufen.

Fahrer sind als Angestellte zu behandeln: Die Uber-App auf einem Handy in London. (Symbolbild)

Fahrer sind als Angestellte zu behandeln: Die Uber-App auf einem Handy in London. (Symbolbild) Bild: Will Oliver/EPA/Keystone

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Der US-Fahrdienstvermittler Uber muss seinen Fahrern in Grossbritannien den Mindestlohn zahlen. Die Fahrer seien als Angestellte zu betrachten und damit mindestlohnberechtigt, stellte ein Arbeitsgericht in London am Freitag fest. Für Uber fahren nach Unternehmensangaben allein in der britischen Hauptstadt 40'000 Fahrer.

Zwei Uber-Fahrer in Grossbritannien hatten im Oktober 2016 vor einem Arbeitsgericht in erster Instanz durchgesetzt, dass sie Anspruch auf Feriengeld, Krankengeld und den britischen Mindestlohn von derzeit 7,50 Pfund (knapp 10 Franken) haben. Dagegen legte die US-Firma Berufung ein. Diese Berufung wies das Arbeitsgericht in London nun zurück.

Uber pocht auf bekannte Argumentation

Einer der Kläger, Yaseen Aslamn, hatte gesagt, Uber-Fahrer seien wegen der hohen Kosten «an die Arbeit gekettet». Es gebe Fahrer, die im Auto schliefen, und solche, die 90 Stunden pro Woche führen, um dann mit einem Verdienst nach Hause zu kommen, der dem Mindestlohn entspreche.

Uber dagegen argumentierte, die grosse Mehrheit der Fahrer wollten ihre «Freiheit» und ihr eigener Herr sein. Bei Uber hätten sie die freie Wahl und könnten Arbeitsdauer und Arbeitszeiten selbst bestimmen.

Auch in der Schweiz argumentiert Uber, es sei ein Technologie-Unternehmen und biete bloss eine elektronische Plattform für selbstständige Taxi-Fahrer und ihre Kunden an. Und auch in der Schweiz hat die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) entschieden, Fahrer des Taxi-Diensts Uber als Angestellte einzustufen. Zwischen dem Fahrer und Uber bestehe klar ein «Abhängigkeitsverhältnis», schreibt die Suva in ihrem Entscheid.

Bekannter Dienst

Uber vermittelt über Smartphone-Apps Fahrten in verschiedenen Angebots- und Preisklassen und ist vor allem etablierten Taxiunternehmen ein Dorn im Auge. Das Unternehmen war 2009 gegründet worden und ist mittlerweile das wertvollste Start-up mit Beteiligungskapital.

(mch/sda)

Erstellt: 10.11.2017, 21:30 Uhr

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