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Apple überrascht mit steigenden iPhone-Verkäufen

Trotz Spekulationen ums iPhone X: Der US-Konzern konnte im letzten Quartal mehr iPhones verkaufen und einen höheren Gewinn verzeichnen.

Verkaufen sich immer noch sehr gut: Verschiedene iPhone-Modelle werden in einem Apple-Store in Chicago ausgestellt. (Archivbild)
Verkaufen sich immer noch sehr gut: Verschiedene iPhone-Modelle werden in einem Apple-Store in Chicago ausgestellt. (Archivbild)
Kiichiro Sato, Keystone
Apple kontert Berichte über den schlechten Verkauf des neuen iPhone X: Konzernchef Tim Cook an einer Veranstaltung in Iowa. (24. August 2017)
Apple kontert Berichte über den schlechten Verkauf des neuen iPhone X: Konzernchef Tim Cook an einer Veranstaltung in Iowa. (24. August 2017)
Brian Powers/The Des Moines Register via AP, Keystone
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Boomende Geschäfte und noch einmal 100 Milliarden Dollar für die Aktionäre: Apple hat mit seiner Quartalsbilanz abermals für gute Stimmung gesorgt. Obwohl die Nachfrage nach Smartphones weltweit sinkt, verkaufte der US-Konzern von Januar bis März 52,2 Millionen iPhones - drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der Gewinn kletterte deutlich. Das alles beruhigte Investoren, die sich seit einiger Zeit Sorgen machen, dass Apple inzwischen zu abhängig vom iPhone sein könnte. Die Anleger können sich nun über ein neues Aktienrückkaufprogramm freuen, wie der wertvollste Technologiekonzern der Welt am Dienstagabend nach US-Börsenschluss mitteilte. Die in Frankfurt notierte Apple-Aktie stieg am Mittwoch fast sechs Prozent.

Erleichterung über den iPhone-Absatz und den positiven Ausblick auf das laufende Vierteljahr war auch bei Zulieferern zu spüren. Die zuletzt gebeutelten Papiere des Chip-Entwicklers Dialog Semiconductor sprangen um mehr als acht Prozent in die Höhe. Ähnlich stark legte die österreichische Chip- und Sensorfirma AMS zu. Im Sog stiegen auch die Anteilsscheine von Infineon und ASML.

Geschenke für die Aktionäre

Apple schwimmt im Geld. Die Quartalsdividende steigt deshalb um 16 Prozent. Aber damit nicht genug: Von August 2012 bis März 2018 liess Apple insgesamt 275 Milliarden Dollar - in etwa das Bruttoinlandsprodukt von Chile - an seine Anleger über ein Aktienrückkaufprogramm zurückfliessen.

Das wird auch als Zeichen gewertet, dass der Konzern einen Grossteil seines im Ausland lagernden Vermögens zurückholen will. Nach der US-Steuerreform sind darauf geringere Abgaben als zuvor nötig.

Nun kündigte die Firma aus Cupertino ein neues Rückkaufprogramm im Umfang von 100 Milliarden Dollar an. Das entspricht mehr als der Marktkapitalisierung von Siemens. «Wir geben das Geld wie versprochen den Investoren zurück», sagte Finanzchef Luca Maestri der Nachrichtenagentur Reuters.

Nicht allen Analysten ist das Recht. Einige fordern, mehr Geld in die Entwicklung neuer Produkte zu stecken, um sich breiter aufzustellen und nicht alles für die Aktienpflege aufzuwenden. Andere schlagen vor, über strategische Zukäufe nachzudenken.

«Fühlen uns wie Super-Bowl-Gewinner»

Das iPhone stand zuletzt für mehr als zwei Drittel des Umsatzes, der von Januar bis März um 16 Prozent auf 61,1 Milliarden Dollar zulegte. Erst im November hatte Apple zum zehnjährigen iPhone-Geburtstag ein neues Vorzeigemodell in den Handel gebracht, das ab rund 1100 Franken zu haben ist.

Konzernchef Tim Cook warnte vor überzogenen Erwartungen: «Wenn ein Team den Super Bowl (Finale im American Football) gewinnt, wünscht man sich vielleicht auch, dass es mehr Punkte bekommen hätte. Aber es ist Super-Bowl-Gewinner und so fühlen wir uns auch.» Der Überschuss kletterte im zweiten Geschäftsquartal um rund ein Viertel auf etwa 13,8 Milliarden Dollar.

Seit November ist das iPhone X im Handel, mit dem der Konzern das zehnjährige Bestehen des iPhones markieren wollte. Zuletzt gab es Spekulationen darüber, dass sich das mehr als 1000 Franken teure Luxus-Smartphone nicht so gut wie erwartet verkauft. Tim Cook dementierte im Telefongespräch mit Finanzanalysten gewohnt euphorisch: «Im März-Quartal entschieden sich in jeder Woche mehr Kunden für das iPhone X als für jedes andere iPhone, genau wie nach der Markteinführung im Dezember-Quartal.»

Produktion von TV-Serien

Vor allem in Dienstleistungen rund um den App- und iTunes-Store sowie den Musik-Streaming-Dienst Apple Music und das Cloud-Angebot setzt der Konzern grosse Hoffnungen. Die Umsätze in dieser Sparte lagen mit 9,1 Milliarden Dollar über den Erwartungen. Künftig will die Firma, die mit Mac-Computern gross geworden ist, ähnlich wie Amazon und Netflix auch eigene Inhalte wie Fernsehserien produzieren, um Kunden anzulocken.

Für das laufende Quartal erwartet Apple einen Umsatz zwischen 51,5 und 53,5 Milliarden Dollar und damit deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum, als es zu 45,4 Milliarden reichte. Wie gut die Geschäfte am Ende laufen, dürfte auch von der Entwicklung des US-Handelsstreits mit China abhängen. Die Volksrepublik wird für Apple als Markt immer wichtiger. Finanzchef Maestri sagte: «Wir glauben, dass Zölle letztlich Steuern für den Konsumenten sind.»

SDA/sep

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