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Betriebsrat der Deutschen Bank fordert Neuanfang mit "Wind of Jain"

Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain gerät nach der Aktionärsschelte nun auch in der eigenen Belegschaft unter Beschuss. Der Betriebsrat der Konzernzentrale forderte in einem Flugblatt indirekt einen Rücktritt des Top-Managers.

Das Flugblatt trägt die Überschrift "Wind of Change? Wind of Jain?". Jain, der die Deutsche Bank gemeinsam mit Jürgen Fitschen führt, hatte zuletzt zwar erklärt, als langjähriger Chef-Investmentbanker trage er die Verantwortung für viele Rechtsstreitigkeiten, die immer noch auf Deutschlands grösstem Geldhaus lasten. Er betonte aber auch, er könne dieser Verantwortung am besten gerecht werden, wenn er im Amt bleibe, aufräume und dafür sorge, dass der Konzern wieder auf die Beine komme. Die Betriebsräte sehen das anders. "Ein radikaler Neuanfang gäbe uns hier Glaubwürdigkeit zurück und könnte eine echte Aufbruchstimmung erzeugen", schreiben sie in dem Flugblatt, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. "Spricht vielen aus der Seele" Konzernbetriebsratschef und Vize-Verwaltungsratschef Alfred Herling sagte Reuters, das Flugblatt sei eine unabgestimmte Aktion gewesen und spiegle nicht die Meinung aller Betriebsräte wider. Ein Insider, der in der Zentrale arbeitet, sagte hingegen: "Was auf dem Flugzettel steht, spricht vielen aus der Seele." Bereits die Aktionäre hatten die Konzernleitung auf der Generalversammlung vor einer Woche mit einem historisch niedrigen Entlastungsergebnis abgestraft: Jain und seine Kollegen kamen nur auf gut 60 Prozent, üblich sind in Deutschland Werte von 90 Prozent und mehr. Jain und Fitschen hatten an der GV eingeräumt, dass es länger dauere als geplant, die unzähligen Rechtsstreitigkeiten beizulegen. Der Sparkurs greife noch nicht und die Entwicklung des Aktienkurses sei enttäuschend. Das Duo, das den Schweizer Josef Ackermann 2012 an der Konzernspitze abgelöst hatte, beteuerte aber: "Wir steuern die Deutsche Bank in die richtige Richtung." Wichtigstes Element der neuen Strategie ist die Abspaltung der Postbank. Darüber hinaus wird das restliche Privatkundengeschäft mit den Filialen zusammengestrichen, während die Investmentbanker wieder an Macht gewinnen. Das Duo muss nun bis spätestens Ende Juli die Details der Strategie präsentieren.

SDA

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