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Google finanziert Klimaleugner

Der Konzern arbeitet klimaneutral – und unterstützt Organisationen, welche die Erderwärmung abstreiten. Wie geht das zusammen?

Die Angestellten sind entsetzt über die Strategie ihres Arbeitgebers: Google-Hauptsitz im kalifornischen Mountain View. Foto: Bloomberg, Getty Images
Die Angestellten sind entsetzt über die Strategie ihres Arbeitgebers: Google-Hauptsitz im kalifornischen Mountain View. Foto: Bloomberg, Getty Images

Die Aussage war an Klarheit eigentlich nicht zu überbieten: Dass Google Lobbygruppen unterstütze, die den Klimawandel leugneten, sei falsch. Da könne es sich nur um einen Irrtum handeln, sagte der damalige Chef Eric Schmidt 2014 in einem Interview mit einem Radiosender. Doch geändert hat sich seither: nichts. Noch immer gibt das Internetunternehmen Geld an mehr als ein Dutzend Organisationen, die leugnen, dass es eine Klimakrise gebe.

Dabei spricht sich Google öffentlich dafür aus, dass man gegen den Klimawandel etwas tun müsse. Das Unternehmen arbeitet auch bereits seit Jahren klimaneutral, die Energie für die Rechenzentren kommt aus erneuerbaren Quellen. Warum also diese Doppelzüngigkeit?

Ein Gesetz, das Milliarden wert ist

Die Antwort verbirgt sich in einem Passus eines Gesetzes, der Internetfirmen wie Google von der Pflicht entbindet, für Inhalte zu haften, die auf ihre Plattformen hochgeladen werden. Die Section 230 des Internet Decency Act stammt aus den 90er-Jahren. Ihr Ziel war es, das Wachstum von Internetfirmen nicht zu behindern. Würde Section 230 abgeschafft, würde das nicht nur Google eine Menge Geld kosten.

In diesem Fall geht es um Milliarden. Da trifft es sich, dass die konservativen und wirtschaftsliberalen Lobbygruppen, die Google finanziell unterstützt, sich dafür einsetzen, die Regelung unverändert beizubehalten. Google leugnet nicht, dass es die konservativen Thinktanks unterstützt, darunter auch einen, der sich damit brüstet, er habe die US-Regierung davon überzeugt, das Pariser Klimaabkommen aufzukündigen. Ein Sprecher teilte der britischen Zeitung «The Guardian» mit, man sei keineswegs allein damit, Organisationen zu unterstützen, bei denen man mit einigen ihrer Ziele nicht einverstanden sei. Wie viel Geld man dafür ausgebe, wollte das Unternehmen nicht preisgeben.

Vielen von Googles Angestellten gefällt das ebenso wenig wie die Politik ihres Arbeitgebers in China. Als vor einigen Monaten bekannt wurde, dass eine Arbeitsgruppe an einer zensierten Version der Suchmaschine arbeitete, hatte das grosse Aufregung in der Belegschaft verursacht. Nach internen Protesten beendete Google auch die Kooperation mit dem US-Verteidigungsministerium in Sachen künstliche Intelligenz.

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