Arbeitslosigkeit in der Schweiz sinkt auf 2,7 Prozent

Im Februar waren weniger Personen arbeitslos gemeldet. Dafür hat die Zahl der offenen Stellen erneut deutlich zugelegt.

Die Arbeitslosenquote in der Schweiz ist auf dem Weg zu neuen Tiefstständen. Die aktuellen Konjunktursorgen können dem Arbeitsmarkt nichts anhaben: Während die Warnungen vor einer Abkühlung der Wirtschaft lauter werden, setzt sich der Aufschwung am Arbeitsmarkt ungebrochen fort.

Die Arbeitslosenquote fiel im Februar auf 2,7 Prozent von 2,8 Prozent im Januar, wie am Donnerstag veröffentlichte Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zeigen. So waren 3,6 Prozent weniger Personen arbeitslos gemeldet als noch im Januar und 17 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Saisonale und konjunkturelle Treiber

Das ist einerseits den wieder anziehenden Geschäften auf dem Bau und in der Gastronomie zu verdanken: «Die saisonale Wende hat eingesetzt», sagte Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit im Seco, an einer Telefonkonferenz.

Aber es ist zugleich mehr als das: Der konjunkturelle Effekt sei noch immer ähnlich stark wie in den Vormonaten, sagte Zürcher. Auch ohne die Hilfe der Saisoneffekte wäre die Arbeitslosigkeit gegenüber Januar um 1 Prozent zurückgegangen. «Die Dynamik setzt sich hier erstaunlicherweise entgegen allem Konjunkturpessimismus fort.»

Arbeitsmarkt bleibt auf Kurs

Wichtige Konjunkturindikatoren deuten darauf hin, dass die Wirtschaft den Höhepunkt ihres Zyklus bereits überschritten hat. 2018 war sie mit einem flotten Tempo von 2,5 Prozent gewachsen.

Diese Rate dürfte sich laut Experten in diesem Jahr nicht halten lassen. Grund ist vor allem die internationale Abschwächung des Wachstums. Erst am gestrigen Mittwoch hat die Industriestaaten-Organisation OECD ihre Wachstumsprognose für die Europa und Deutschland drastisch gesenkt. Deutschland ist der grösste einzelne Handelspartner der Schweiz.

Dennoch stützen die Indikatoren das Bild des weiter anziehenden Arbeitsmarktes, der meist mit Verzögerung auf die wirtschaftliche Entwicklung reagiert. Das Seco rechnet gemäss seiner Prognose vom Dezember damit, dass die Arbeitslosenquote 2019 weiter zurückgeht und zwar auf 2,4 Prozent von 2,6 Prozent. So tief war die Quote zuletzt um die Jahrtausendwende. Bereits 2018 war die Quote auf ein Zehnjahrestief gefallen.

Verschiedene Berechnungen

Damit dürfte die Schweiz auf den ersten Blick ihre europäischen Nachbarn vor Neid erblassen lassen. Allerdings lässt sich die vom Seco erhobene Quote nicht mit den internationalen Zahlen vergleichen, wird sie doch ganz anders erhoben. Für den internationalen Vergleich eignet sich die vom Bundesamt für Statistik (BFS) erhobene Erwerbsquote besser.

Nach den ILO-Vorgaben hingegen zählt jede Person als arbeitslos, die dauerhaft in der Schweiz wohnhaft ist, keine Arbeit hat, auf der Suche nach einer Anstellung ist und kurzfristig eine solche Stelle antreten könnte. Das Seco dagegen rechnet nur diejenigen Arbeitslosen ein, die bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gemeldet sind.

Die Erwerbslosenquote ist daher üblicherweise etwas höher als die Arbeitslosenquote, derzeit liegt sie bei 4,6 Prozent. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit lässt sich jedoch an der Seco-Quote gut ablesen - und diese ist derzeit sehr erfreulich.

Klares Plus bei offenen Stellen

Auf gute Aussichten für Stellensuchende deutet auch die Entwicklung der offenen Stellen hin: Im Februar erhöhte sich die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen um rund 16 Prozent gegenüber Januar auf 36'766 Stellen, wovon 23'066 der Meldepflicht unterlagen.

Seit dem 1. Juli 2018 gibt es bekanntlich die Stellenmeldepflicht für Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von mindestens 8 Prozent. Seit ihrer Einführung der Meldepflicht hat sich die Zahl der offenen Stellen stark erhöht. Im Vergleich zum Februar vor einem Jahr hat sich die Zahl beinahe verdreifacht. (sep/sda)

Erstellt: 07.03.2019, 08:01 Uhr

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