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Neue Schweizer 200er-Note enthüllt

Braun und der Wissenschaft gewidmet: In Zürich hat die SNB die vierte Note der neuen Serie vorgestellt.

So sieht die neue 200er-Note der Schweiz aus: Präsentation der SNB in Zürich.

Nach der 50er, der 20er und der 10er-Note hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) die 200er-Banknote enthüllt. Der neue Geldschein zeigt als Hauptelement Materie, womit er die wissenschaftliche Seite der Schweizthematisiert.

Die braune Farbe der alten Note wurde beibehalten. Das Grundelement von Hand und Globus der bisherigen neuen Banknoten wurde auch auf dem 200er-Schein umgesetzt, den die SNB am Mittwoch der Öffentlichkeit präsentierte.

Es sei die Hand eines Dozenten, der die drei Koordinatenachsen andeute und so die räumlichen Dimensionen darstelle, in denen sich die Materie ausdehne, sagte SNB-Vizedirektor Fritz Zurbrügg vor den Medien in Zürich. «Auf dem Globus ist die Landmasse während der späten Kreidezeit abgebildet.»

Auf der Rückseite sei die freie Illustration eines Teilchendetektors und einer Teilchenkollision zu sehen. «Sie stellen den Bezug zur Forschung in der Schweiz her», sagte Zurbrügg.

Auf dem Sicherheitsstreifen sei eine abstrahierte geologische Karte der Erdzeitalter der Schweiz abgebildet. Zudem sei seine Auflistung einiger Stadien der Entwicklung des Universums dargestellt.

Die vierte Banknote der neuen Serie kommt am nächsten Mittwoch in Umlauf. Zuerst ist sie bei der SNB verfügbar und wird dann sukzessive an die Banken ausgeliefert.

Auf der neuen 200er-Note gibt es wie bei allen Noten der neuen Serie insgesamt 15 Sicherheitsmerkmale. Damit will die Nationalbank ihre neue Notenserie fälschungssicher machen. Nach Ansicht der SNB sind die neuen Noten die sichersten Geldscheine der Welt.

Bilder: Die neue 200er-Note der Schweiz

Sie ist da: SNB-Vize Fritz Zurbrügg präsentiert die neue 200er-Note der Schweiz. (15. August 2018)
Sie ist da: SNB-Vize Fritz Zurbrügg präsentiert die neue 200er-Note der Schweiz. (15. August 2018)
Melanie Duchene, Keystone
Der neue Geldschein zeigt als Hauptelement Materie, womit er die wissenschaftliche Seite der Schweiz thematisiert.
Der neue Geldschein zeigt als Hauptelement Materie, womit er die wissenschaftliche Seite der Schweiz thematisiert.
Melanie Duchene, Keystone
Die braune Farbe der alten Note wurde beibehalten.
Die braune Farbe der alten Note wurde beibehalten.
Melanie Duchene, Keystone
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«Wir haben eine innovative Note, um den Vorsprung auf die Fälscher zu halten», sagte SNB-Bargeldchef Beat Grossenbacher am Rande der Veranstaltung im Gespräch mit AWP. Denn die neue Banknotenserie solle 15 bis 20 Jahre im Umlauf bleiben. Das ist im internationalen Vergleich eine lange Zeit. Beim Euro gibt es jeweils schneller Neuauflagen.

Nur wenige Blüten

Bei den neue Schweizer Banknoten seien die Fälschungszahlen sehr tief, sagte Grossenbacher weiter. Es habe bis jetzt nur wenige Blüten gegeben. Und diese seien einfache Fälschungen gewesen.

Professionelle Fälschungen mit Druckmaschinen seien bisher nicht aufgetaucht. Auch nicht bei der alten Banknotenserie, die jetzt abgelöst werde. Dies sei in anderen Ländern anders.

15 Sicherheitsmerkmale und andere versteckte Eigenschaften der neuen Noten am Beispiel des 10ers: Klicken Sie auf die Markierungen in der Infografik, um mehr zu erfahren:

Die neue Schweizer Banknotenserie ist auch international auf Anerkennung gestossen: Die Zehner-Note war von der Internationalen Banknotengesellschaft (IBNS) zur Banknote des Jahres 2017 gewählt worden. Bereits im Vorjahr hatte die Schweizerische Nationalbank mit der Fünfzigernote den ersten Preis eingeheimst.

Austausch läuft schnell

Im Frühling 2016 hatte die SNB als erste Banknote der neuen Serie die 50er-Note herausgegeben. Als nächste werde im März die 1000er-Note in Umlauf kommen, sagte Zurbrügg. Als letzte werde im Herbst 2019 schliesslich der 100er-Schein, die Note mit der allerhöchsten Auflage, ersetzt werden. Die letzte Serie war zwischen 1995 und 1998 in Umlauf gesetzt worden.

«Wir gehen davon aus, dass nach einem halben Jahr zwei Drittel der Noten ausgetauscht sind», sagte Zurbrügg. Bei der 200er Note seien 56 Millionen Stück im Umlauf. Das entspreche etwa der Grössenordnung der 50er Note, von denen 58 Millionen Scheine zirkulieren. Nur von den 1000er Noten gibt es mit 47 Millionen weniger.

Mit Abstand am meisten Scheine sind von der 100er Banknoten im Umlauf (125 Millionen). Von den 20er Scheinen zirkulieren 86 Millionen Stück. Das «10er-Nötli» kommt auf 76 Millionen. Insgesamt gibt es knapp 450 Millionen Schweizer Banknoten.

Noch 20 Jahre gültig

Voraussichtlich zwei Jahre nach der Einführung aller neuen Banknoten werde die SNB einen Rückruf der 8. Serie starten, sagte Grossenbacher. Dann seien die alten Noten nicht mehr gültig zum Zahlen an der Kasse, könnten aber noch 20 Jahre bei der Nationalbank umgetauscht werden.

Danach verlieren die alten Scheine vollständig ihre Gültigkeit. Allerdings befürwortet die SNB eine Änderung des Währungszahlungsgesetzes. Damit blieben die Banknoten unbeschränkt gültig wie etwa die D-Mark oder der Euro.

Nach dem Start der neuen Banknotenserie tauchten Bilder von Scheinen auf, die bei vielem Knicken offenbar Risse bekamen. Redaktion Tamedia unterzog damals die neue 50er-Note einem Härtetest:

Was passiert, wenn man die neuen Noten knittert, nässt oder sonstwie belastet? Redaktion Tamedia ging ins Labor.

Die Herstellungskostender Schweizer Banknoten belaufen sich im Durchschnitt auf rund 40 Rappen, hängen aber von der Notengrösse und der Produktionsmenge ab. Die neue 10er ist kleiner als die anderen Noten, von ihr werden jedoch mehr produziert als beispielsweise von der 50er.

2016 machte das 10er-Nötli 17,5 Prozent des gesamten Umlaufs aus und war damit die drittbeliebteste Note.

Nur die 20er- und die 100er-Note zirkulieren noch häufiger. Hunderterscheine machen mehr als ein Viertel des ganzen Umlaufs aus, sind also das häufigste Zahlungsmittel der Schweizerinnen und Schweizer in Notenform.

Unrühmliche Vorgeschichte

Der Weg zur neuen Banknotenserie war begleitet von zeitlichen Verzögerungen und Pannen. Beim Projektstart im Jahr 2005 war ursprünglich geplant gewesen, eine erste Serie im Herbst 2010 in Umlauf zu bringen. Doch wegen technischer Probleme verzögerte sich die Emittierung schlussendlich um sechs Jahre.

Die Pannenserie hatte unter anderem den früheren Unternehmenschef von Orell Füssli sowie den früheren Spartenleiter des Sicherheitsdrucks den Job gekostet. Orell Füssli druckt seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Schweizer Geldscheine.

SDA/cpm

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