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Schweizer Börse fällt auf Jahrestief

Der SMI geht am letzten Handelstag vor Weihnachten auf Talfahrt. Schuld ist die Zinspolitik der US-Notenbank.

Der Entschied der US-Notenbank, die Zinsen anzuheben, lässt den Schweizer Leitindex absacken. (Archivbild)
Der Entschied der US-Notenbank, die Zinsen anzuheben, lässt den Schweizer Leitindex absacken. (Archivbild)
Keystone

Die Schweizer Börse sackt immer weiter ab: Am letzten Handelstag vor Weihnachten ist der Leitindex SMI auf den tiefsten Stand in diesem Jahr gefallen. Schuld ist die Zinspolitik der amerikanischen Zentralbank.

Die Enttäuschung darüber, dass die US-Notenbank trotz aller Warnsignale und zahlreichen Risiken die Zinsen weiterhin anheben will, halte an, kommentierte ein Analyst. Auch die Nervosität sei gross. Anleger seien nach diesem schwachen Börsenjahr vor den Feiertagen noch risikoscheuer als sonst.

In den USA sorgt die Politik wieder für Schlagzeilen. So zeigte sich US-Präsident Donald Trump im Kampf gegen einen drohenden Regierungsstillstand hart: Er werde kein Finanzierungsgesetz unterzeichnen, wenn es nicht die «perfekte Grenzsicherung» beinhalte. Dabei geht es um eine Grenzmauer zu Mexiko.

Zudem hat US-Verteidigungsminister James Mattis die Nase von Trump voll und ist zurückgetreten. Der Trump'sche Rückzugsbefehl aus Syrien hat das Fass zum Überlaufen gebracht.

Mit der aufkommenden Unruhe im Weissen Haus wegen eines drohenden Regierungsstillstands gesellt sich ein weiterer Risikofaktor zu den altbekannten politischen Krisen wie dem Brexit und dem Handelsstreit der USA mit China.

Talfahrt geht weiter

Am Freitag müssen Anleger zudem noch einmal mit grösseren Schwankungen rechnen, denn es ist Hexensabbat. An den Terminbörsen laufen an diesem Tag Terminkontrakte auf Aktien und Indizes aus.

In den ersten beiden Handelsstunden verlor der Swiss Market Index (SMI) 0,7 Prozent auf 8'358 Punkte. Damit ist er unter das bisherige Jahrestief von 8'373 Punkten im Juni gefallen. Die Schwergewichte Novartis (-1,4 Prozent), Roche (-0,9 Prozent) und Nestlé (-0,8 Prozent) belasten den Index besonders stark. Für einmal standen die Swisscom-Aktien bei den Verlierern an der Spitze (-1,8 Prozent).

Deutlich besser hielten sich dagegen die Banken, die am Vortag massiv gerupft worden waren. So legte die Credit Suisse-Aktie um 0,2 Prozent zu, während Julius Bär gar 0,6 Prozent höher notierte. Die UBS-Aktie lag nur hauchdünn im Minus.

Die Schweizer Börse befindet sich allerdings in guter Gesellschaft: Europaweit sind die Börsen unter Druck. So tauchte der deutsche DAX um 0,7 Prozent, die Pariser Börse gar um 1,1 Prozent.

Britische Konjunktur im Zwischenhoch – Abkühlung in Sicht

Trotz der Unsicherheit wegen des nahenden Brexit ist die britische Wirtschaft im dritten Quartal kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Juli bis September zum Vorquartal um 0,6 Prozent zu, teilte das Statistikamt ONS am Freitag mit und bestätigte damit eine frühere Schätzung. Grossbritannien schlug sich damit weit besser als die beiden grossen Euro-Länder: Die deutsche Wirtschaft schrumpfte wegen Problemen in der Autoindustrie um 0,2 Prozent, Frankreich schaffte ein Plus von 0,3 Prozent.

Allerdings wirft der Brexit bereits seine Schatten voraus. «Längerfristig bleibt das Bild gedämpft, und die Investitionen der Unternehmen sind nun in drei aufeinander folgenden Quartalen gesunken», sagte ONS-Statistiker Rob Kent-Smith. Eine so lange Durststrecke gab es zuletzt auf dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise 2009. Die privaten Haushalte gaben dem Statistikamt zufolge das achte Quartal in Folge mehr aus als sie einnahmen. Das kurbelte die Wirtschaft an. Allerdings stelle sich die Frage, wie nachhaltig das sei, sagte Kent-Smith.

Grossbritannien will Ende März 2019 aus der EU austreten. Notenbankchef Mark Carney warnt für den Fall eines ungeregelten Ausstiegs vor massiven Folgen für die Wirtschaft. Dies könne noch stärkere Schäden anrichten als die Finanzkrise vor zehn Jahren. Premierministerin Theresa May hatte unlängst eine Abstimmung über die mit der EU vereinbarten Scheidungsmodalitäten abgesetzt, da sich keine Mehrheit dafür im Parlament abzeichnete. Die Regierung bereitet sich nun auch verstärkt auf die Möglichkeit eines ungeordneten Brexit vor.

(SDA/Reuters)

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