Zum Hauptinhalt springen

«Sie helfen uns ja auch nie»

Die Schweizerische Depeschenagentur ist am Dienstag in einen unbefristeten Streik getreten. Grund ist ein geplanter Stellenabbau.

Seit heute früh streiken die Mitarbeiter der SDA. (Video: Tamedia/SDA)

Der geplante Stellenabbau bei der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) hat schon vergangene Woche zu einem Warnstreik der Mitarbeiter geführt. Am Dienstagmorgen hat die Redaktion nun einen Streik auf unbestimmte Zeit angekündigt. Der Nachrichtenfluss werde deutlich kleiner sein als gewohnt, betroffen seien alle Ressorts. Mit Transparenten ziehen SDA-Mitarbeiter zudem durch die Berner Innenstadt.

SP-Nationalrat Matthias Aebischer hielt vor dem Bundeshaus eine emotionale Rede für die SDA- ­Belegschaft und gegen den CEO Markus Schwab. «Der muss weg», sagte Aebischer.
SP-Nationalrat Matthias Aebischer hielt vor dem Bundeshaus eine emotionale Rede für die SDA- ­Belegschaft und gegen den CEO Markus Schwab. «Der muss weg», sagte Aebischer.
Keystone
Am Dienstag, 30. Januar 2018, in Bern. Journalistinnen und Journalisten der Schweizerischen Depeschenagentur SDA sowie der Gewerkschaftsvertreter demonstrieren gegen den geplanten Stellenabbau.
Am Dienstag, 30. Januar 2018, in Bern. Journalistinnen und Journalisten der Schweizerischen Depeschenagentur SDA sowie der Gewerkschaftsvertreter demonstrieren gegen den geplanten Stellenabbau.
Markus Ehinger
Der Hauptsitz der SDA befindet sich an der Länggassstrasse.
Der Hauptsitz der SDA befindet sich an der Länggassstrasse.
Google Streetview
1 / 18

In einem Tweet entschuldigen sich die SDA-Mitarbeitenden bei Kollegen von anderen Redaktionen. «Es tut uns leid, wenn wir Euch Zusatzarbeit bescheren», heisst es darin.

Der angekündigte Stellenabbau hatte in der Schweizer Medienbranche sowie bei Gewerkschaften zu massiver Kritik geführt. Beispielsweise verurteilte TeleZüri-Chef Markus Gilli in der Sendung «SonnTalk» Aussagen des SDA-CEO Markus Schwab aufs Schärfste. Dieser hatte gegenüber der «NZZ am Sonntag» gesagt, die SDA sei einzig ihren Aktionären etwas schuldig.

Die Aussagen des CEO haben auch die lokale und nationale Politik auf den Plan gerufen, unter anderem SP-Nationalrat Matthias Aebischer:

Weniger offen für die Anliegen der Nachrichtenagentur zeigte sich offenbar Bundesrat Ueli Maurer. Laut Dennis Bühler, Bundeshausredaktor der «Aargauer Zeitung», soll der Bundesrat die Entgegennahme eines Flugblattes verweigert haben. Auf die Bitte eines SDA-Redaktors nach Hilfe antwortete Mauer: «Sie helfen uns ja auch nie.» Das Eidgenössische Finanzdepartement wollte sich nicht zum Vorfall äussern.

SDA/chi

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch