Beate Uhse ist pleite

Der Erotikhändler Beate Uhse stellt einen Insolvenzantrag. Das teilt das Unternehmen im deutschen Flensburg mit.

Das Erotik-Urgestein ist pleite: Beate Uhse hat in Deutschland einen Insolvenzantrag gestellt. (Video: Reuters)

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Das deutsche Erotik-Unternehmen Beate Uhse ist pleite. Die Aktiengesellschaft habe Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, teilte Beate Uhse am Freitag mit. Ziel sei, das Unternehmen in Eigenverwaltung zu sanieren und fortzuführen.

Dieser Schritt sei nötig, weil in den fortgeschrittenen Verhandlungen mit einer Investorengruppe keine Einigung erzielt werden konnte. Damit sei die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens gefährdet gewesen.

In den roten Zahlen

«Der Vorstand der Beate Uhse AG hat sich zu diesem Schritt entschlossen, weil in den fortgeschrittenen Verhandlungen mit einer Investorengruppe über eine Finanzierungsaufnahme zuletzt keine Einigung erzielt werden konnte», schreibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung. Die Insolvenzanmeldung betreffe nur die Beate Uhse AG in ihrer Funktion als Holding. Für die Tochtergesellschaften habe man keine Insolvenz beantragt. Die operativen Gesellschaften halten ihren Geschäftsbetrieb uneingeschränkt aufrecht.

2016 hat die Beate Uhse AG einen Umsatz von rund 116 Millionen Franken erzielt. Nach Abschreibungen von rund 5,8 Millionen rutsche sie allerdings in die roten Zahlen. In der Folge plante das Unternehmen eine Restrukturierung im Zusammenhang mit einer Anleihe von rund 35 Millionen Franken. Diese ist aber gescheitert. «Die Zahlungsunfähigkeit der Beate Uhse AG drohte einzutreten», wie das Unternehmen schreibt.

Sexfilme im Internet

Beate Uhse macht schon seit langem zu schaffen, dass Sexfilme im Internet kostenlos heruntergeladen werden können und auf DVD kaum mehr gefragt sind. Seit mehreren Jahren versucht die Erotikkette daher, ihre Läden umzubauen und aus der Schmuddelecke herauszukommen. Die Zahl der Filialen ist in den vergangenen Jahren stark geschrumpft. Das Erotik-Unternehmen ist auch online vertreten.

Das Unternehmen wurde 1946 von Beate Uhse gegründet und hat heute nach eigenen Angaben 345 Mitarbeiter in sieben Ländern. Seit Mai 1999 ist die Aktie an der deutschen Börse gelistet.

Magic X nicht betroffen

Durch das Insolvenzverfahren sichert sich der Erotikkonzern die Handlungsfähigkeit im operativen Geschäft. Der Vorstand könne den eingeschlagenen Sanierungskurs der Beate Uhse somit fortführen. Dass die operativen Gesellschaften in Deutschland und den Niederlanden ihren Betrieb aufrecht erhalten können, sei sichergestellt, heisst es.

Das Schweizer Unternehmen Magic X ist davon nicht betroffen. Es war bis 2004 Lizenznehmer von Beate Uhse und die Geschäfte liefen unter deren Namen. (oli)

Erstellt: 15.12.2017, 10:40 Uhr

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