Ein Starökonom verteidigt Trumps rote Zahlen

Der US-Präsident soll massive Verluste als Bauunternehmer eingefahren haben. Erfolgsautor Nassim Taleb steht ihm nun zur Seite.

Unternehmer tragen ihre Verluste selbst: Für Autor Nassim Taleb riskieren Firmeninhaber ihre eigene Haut. (Bild: Scott Eells/Bloomberg via Getty Images)

Unternehmer tragen ihre Verluste selbst: Für Autor Nassim Taleb riskieren Firmeninhaber ihre eigene Haut. (Bild: Scott Eells/Bloomberg via Getty Images)

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Die Kritik war heftig. US-Präsident Donald Trump stand in den vergangenen Tagen in den Schlagzeilen, weil er als Bauunternehmer Milliardenverluste anhäufte. Zwischen 1985 bis 1994 habe er rund 1,17 Milliarden Dollar verloren, berichtete die «New York Times». Doch hat er in den letzten Tagen einen überraschenden Fürsprecher erhalten: Nassim Taleb, Autor des Weltbestsellers «Der schwarze Schwan». Darin sagte er die Finanzkrise von 2007 voraus – seither sorgt der streitbare Denker immer wieder für Aufsehen.

Taleb hat als Börsenhändler ein Vermögen verdient und danach mehrere erfolgreiche Bücher geschrieben. In einer ganzen Reihe von Tweets setzte er sich in den letzten Tagen für Trump ein – wenn auch nicht so, wie es dieser vielleicht gerne hätte. Denn für Taleb gehört das Scheitern zum unternehmerischen Risiko. Auf einen Firmengründer, der es geschafft habe, kämen 999, die Sardinen aus der Büchse essen müssten. Die Öffentlichkeit würde aber nur die Unternehmer wahrnehmen, die es geschafft hätten.

Es brauche echte Unternehmer, die ein Risiko eingingen und auch bereit seien, private Verluste zu erleiden. Sie würden Arbeitsplätze schaffen, von denen dann wiederum die ganze Gesellschaft profitiere. Besonders schlecht kommen bei Taleb die Firmenchefs von Grosskonzernen weg. Sie würden selbst ihre Haut nicht riskieren, hätten aber oft riesige Saläre und würden so das «System melken».

Taleb vertritt die Ansicht, dass der Schutz vor einer neuen Finanzkrise noch nicht ausreiche. Noch immer würden viele Manager selbst kein Risiko tragen und die Gesellschaft für die potenziellen Verluste haften.

In der Vergangenheit hat sich Taleb öfter kritisch über US-Intellektuelle geäussert. Deswegen ist er aber noch lange kein Fan des US-Präsidenten. «Ich unterstütze keinen Präsidenten, sondern immer nur bestimmte politische Massnahmen», sagt er vor einigen Monaten dem «Handelsblatt». So hielt er damals Trumps aggressive Politik gegenüber dem Iran für ebenso falsch wie dessen unkritische Haltung gegenüber Saudiarabien.

Erstellt: 11.05.2019, 07:33 Uhr

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