Einfamilienhäuser gefragter denn je und so teuer wie nie

Die Nachfrage nach den eigenen vier Wänden ist gross. Warum das Einfamilienhaus kaum noch erschwinglich ist, die Wohnung hingegen schon.

Der Wohnungsbau übersteigt die Nachfrage weiterhin: Ein Baugespann für Einfamilienhäuser in Schlieren. Archivfoto: Andy Müller (Keystone)

Der Wohnungsbau übersteigt die Nachfrage weiterhin: Ein Baugespann für Einfamilienhäuser in Schlieren. Archivfoto: Andy Müller (Keystone)

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Der Traum vom Eigenheim kann weiter geträumt werden. Mit Vorteil konzentrieren sich Interessenten aber auf Eigentumswohnungen, denn hier ist ein grosses Angebot vorhanden. Das Einfamilienhaus wird dagegen rar und teuer.

Am Ende des ersten Quartals 2019 haben die Einfamilienhäuser ein neues preisliches Allzeithoch markiert, wie die aktuelle Raiffeisen-Studie «Immobilien Schweiz» ergeben hat. Einfamilienhäuser seien gefragter denn je, das Angebot bleibe aber dünn, heisst es in der entsprechenden Mitteilung der Bank vom Montag.

Teures Bauland bremst Bau von Einfamilienhäusern

Ein Teil dieser Preissteigerung dürfte auf eine zu erwartende, noch stärkere Angebotsverknappung zurückzuführen sein. «Denn die Baugesuche für Einfamilienhäuser sind innert zweier Jahre mit einem Minus von 25 Prozent regelrecht eingebrochen», wird in der Mitteilung Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff zitiert. In den dicht besiedelten Zentren der Schweiz würden wegen der Knappheit von bezahlbarem Bauland seit Jahren kaum mehr Einfamilienhäuser gebaut.

Eigentumswohnungen sind dagegen so viele auf dem Markt wie nie zuvor. Laut der Studie wurden in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres beinahe 25 Prozent mehr Inserate geschaltet als im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre.

Boden wird auch auf dem Land knapp

Zugenommen hat in den letzten Jahren der Anteil der Baugesuche für Stockwerkeigentum. Bereits knapp 20 Prozent aller Eigentumswohnungen werden heute in ländlichen Gemeinden gebaut. Da sich auch dort angesichts der hohen Bodenpreise nicht mehr jedermann ein Einfamilienhaus leisten könne, müssten potentielle Käufer vermehrt auf die preisgünstigeren Eigentumswohnungen ausweichen.


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Der Wohnungsbau allgemein, das heisst unter Berücksichtigung auch der Mietwohnungen, ist aber ebenso rückläufig wie die Umsätze im gesamten Baugewerbe. Einerseits liegt das an der Verlangsamung der Konjunktur und andererseits am bescheidenen Bevölkerungswachstum, das weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt liegt. Laut Raiffeisen hat die Zahl der Einwohner in jeder vierten von 106 in der Schweiz untersuchten Regionen im vergangenen Jahr gar abgenommen.

Leerstände dürften weiter steigen

Und ein Ende der Abwärtstendenz der Bauaktivität sei noch nicht absehbar, denn der Wohnungsbau übersteige die Nachfrage weiterhin. Die Leerstände dürften daher auch im laufenden Jahr weiter steigen, so das Fazit von Raiffeisen. Es wäre das neunte Jahr in Folge.

Diese Einsicht deckt sich nur teilweise mit der Einschätzung des Immobilienberaters WüestPartner. Denn dieser hielt vor kurzem in seiner Studie «Immo-Monitoring 2019» fest, dass die Bauausgaben wegen der tiefen Finanzierungskosten sowohl im Neubau als auch beim Umbau hoch bleiben dürften. Tragende Kraft hinter der regen Wohnbautätigkeit blieben dabei die hohen Investitionen in den Bau von Mehrfamilienhäusern.

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Zusätzlich zu den institutionellen und privaten Investoren dürfte auch die öffentliche Hand im Bereich des preisgünstigen Wohnens eine aktivere Rolle einnehmen als bisher, hiess es vor einem Monat bei WüestPartner. Und dies in einer Zeit, in der das Bevölkerungswachstum nachgelassen hat. Dies erhöht laut WüestPartner den Druck auf die Angebotsmieten. Diese dürften daher sinken.

Unabhängig davon, ob nun die Bautätigkeit leicht abnimmt oder auf hohem Niveau stabil bleibt, einig sind sich die Experten darin, dass das Angebot an Mietwohnungen zunimmt, die Leerstände steigen und die Preise deshalb unter Druck kommen. So hielt auch der von der Onlineplattform Moneypark errechnete «Real Estate Risk Index» fest, dass sich die Warnsignale im Teilmarkt der Renditeobjekte regional verstärkt hätten. Dabei wurde auf wie stark gestiegenen Preise in Kombination mit zunehmenden Leerständen verwiesen. (nag/sda)

Erstellt: 13.05.2019, 11:50 Uhr

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