ÖV-Branche denkt über Alternativ-GA nach

Sollte das GA tatsächlich teurer werden, wollen die Transportunternehmen ein neues Produkt anbieten.

Das neue Produkt würde sich zwischen dem heutigen – und der Allgemeinheit eher unbekannten – Ausflugs-Abo und dem GA bewegen. (Symbolbild)

Das neue Produkt würde sich zwischen dem heutigen – und der Allgemeinheit eher unbekannten – Ausflugs-Abo und dem GA bewegen. (Symbolbild) Bild: Christian Beutler/Keystone

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Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 könnte das Generalabonnement neu 4250 Franken kosten, was einem Preisanstieg von zehn Prozent entspricht. Dies ging aus internen Dokumenten der Tariforganisation CH-Direct hervor. Wie der «SonntagsBlick» schreibt, soll es – sollte das GA tatsächlich teurer werden – eine Alternative zwischen Halbtax und GA geben, ein Mehrfahrten-GA.

CH-Direct-Sprecher Thomas Ammann bestätigt gegenüber der Zeitung: «Die Preiserhöhung fürs GA käme nicht ohne Alternativangebot. Die Idee ist: ein neues Produkt zu lancieren, das sich zwischen dem heutigen Ausflugs-Abo und dem GA bewegt.» Es würde sich um ein Halbtax mit 20 oder 30 Tageskarten pro Jahr handeln. Seien die Tageskarten aufgebraucht, würde das Mehrfahrten-GA zu einem Halbtax werden. Preislich könnten diese bei 900 respektive 1200 Franken liegen.

Mit dieser Alternative sollen Ausflügler angesprochen werden, die regelmässig auf dem Schweizer Schienennetz unterwegs seien, aber nicht täglich pendeln müssten. Das Mehrfahrten-GA stösst bei Karin Blätter, die als Präsidentin von Pro Bahn die Interessen der Passagiere im öffentlichen Verkehr vertritt, laut «SonntagsBlick» auf Ablehnung. Für sie sei das keine Option.

Weitere Massnahmen

CH-Direct will die Erträge bei den sogenannten «Heavy Usern» steigern. Ausser einer Tariferhöhung beim GA planen die Verantwortlichen weitere Massnahmen, um das Angebot zu straffen. Dies zeigt ein internes Papier vom 6. März, das dem «Beobachter» vorliegt. Darin sind verschiedene Mittel aufgelistet, wie diese Ziele erreicht werden sollen.

So soll die Möglichkeit, das GA während maximal 30 Tagen zu hinterlegen – etwa wegen eines längeren Ferienaufenthalts –, gestrichen werden. Zur Diskussion steht auch eine Abschaffung der beliebten Gemeinde-Tageskarte auf Dezember 2020. Bereits auf den kommenden Dezember plant CH-Direct die Abschaffung des Junioren-GA für Studierende. Davon betroffen wären rund 26’000 Studentinnen und Studenten. Sie müssten statt 2650 Franken neu 3860 Franken bezahlen, was einer Preiserhöhung um rund 45 Prozent entspricht.

Bei CH-Direct betont man, dass bisher keine Entscheide gefallen seien. Mittel- bis langfristig sei es allerdings «denkbar, das Preisgefüge anzupassen». Die Preiserhöhungen sollen nun in der nationalrätlichen Verkehrskommission traktandiert werden. (roy/nag/sda)

Erstellt: 12.05.2019, 12:04 Uhr

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