Schweizer Bauern setzen auf Alpakas statt Kühe

Die Schweizer Landwirtschaft verändert sich stark. Der Trend geht in der Tierhaltung in Richtung von Nischen.

Die Zahl der Alpakas in der Schweiz nimmt zu, während die Milchkühe weniger werden. In der Nische versuchen Landwirte, sich auf den tiefen Milchpreis einzustellen.

Die Zahl der Alpakas in der Schweiz nimmt zu, während die Milchkühe weniger werden. In der Nische versuchen Landwirte, sich auf den tiefen Milchpreis einzustellen. Bild: Urs Flüeler/Keystone

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Seit Jahren ist die Anzahl der Bauernbetriebe in der Schweiz rückläufig. Auch im vergangenen Jahr wurden Hunderte Höfe aufgegeben, wie das Bundesamt für Statistik in seiner alljährlichen Strukturerhebung ausweist. Ein Blick in die Statistik zeigt: Die Schweizer Bauern werden in der Nutztierhaltung erfinderisch. 5 Erkenntnisse aus der Erhebung.

1. Milch ist weniger attraktiv als Fleisch

Die Schweizer Bauern halten weniger Milchkühe. Das hat laut dem Schweizer Bauernverband eine einfache Erklärung. Es braucht weniger Kühe, um die gleiche Menge an Milch zu produzieren. Die Kühe wurden also leistungsfähiger. Zudem ist der Milchpreis seit Jahren unter Druck. Die Bauern haben deshalb auf Mutterkuhhaltung umgesattelt, was sich beim Zuwachs bei den übrigen Kühen für die Fleischproduktion abzeichnet.

2. Veränderter Fleischkonsum

Schweinefleisch wird in der Schweiz und auch in anderen europäischen Ländern je länger, je weniger verkauft. Das zeigt sich auch in der Tierhaltung. Der Bestand nahm immer mehr ab. Schweinefleisch gilt zum Beispiel als zu fettig. Trotzdem ist Schweinefleisch noch immer das meistverzehrte in der Schweiz.

Während Schweinefleisch weniger konsumiert wird, gewinnt Poulet stetig an Bedeutung. Deswegen werden in der Schweiz stetig mehr Hühner gehalten. Doch nicht nur, um den Fleischkonsum zu befriedigen. Sondern auch, um die Lust auf Schweizer Eier abzudecken.

3. Turkey und die Amerikanisierung

Truthahn-Züchter haben schwere Zeiten hinter sich. Mitte der 2000er-Jahren kündigte die Migros-Fleischproduzentin Micarna Abnahmeverträge mit ihren Produzenten. Viele wurden daraufhin Hühnerhalter. In den vergangenen Jahren hat sich der Truthahn aber in der Nische wieder etabliert. Der Verkauf direkt vom Hof profitiert dabei von Thanksgiving. Das amerikanische Erntedankfest habe die Nachfrage nach ganzen Truthähnen erhöht, schreibt der Landwirtschaftliche Informationsdienst.

4. Wild, Wild, Wild

Wie die Truthahnhalter sind auch Hirschzüchter in einer Nische tätig. Die Entwicklung zeige, dass viele Bauern Alternativen suchen, zum Beispiel, weil der Milchpreis gesunken sei, sagt Thomas Jäggi vom Schweizer Bauernverband. Hirsche seien arbeitsextensiver, und wenn der Betrieb für die Umstellung auf Hirsche geeignet sei, könne die Haltung eine Alternative sein. Hirschfleisch ist früher hauptsächlich importiert worden. Nun etablieren sich aber auch Schweizer Produzenten.

5. Kamele in der Schweiz

Auch die Alpaka- und Lamahaltung ist eine Nische, die in den vergangenen Jahren Schweizer Bauern angezogen hat. Dabei geht es aber weniger um das Fleisch als vielmehr um Freizeitangebote wie Lamatrekking. Mit der Haltung der Exoten können Landwirte ein zusätzliches Standbein aufbauen, etwas abseits von Absatzsorgen.

Erstellt: 01.06.2019, 16:01 Uhr

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