Smartphone-Absatz von Huawei bricht um 40 Prozent ein

Die US-Sanktionen zeigen Wirkung. Nun will der Konzern die Produktion massiv drosseln.

Huawei-Gründer Ren Zhengfei: «In den nächsten beiden Jahren wird die Produktion um 30 Milliarden Dollar gekürzt.»

Huawei-Gründer Ren Zhengfei: «In den nächsten beiden Jahren wird die Produktion um 30 Milliarden Dollar gekürzt.» Bild: Reuters

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Infolge der Handelssanktionen gegen Huawei ist der weltweite Smartphone-Verkauf des chinesischen Telekommunikationsriesen um 40 Prozent eingebrochen. Das bestätigte Konzerngründer Ren Zhengfei am Montag bei einer Konferenz am Firmensitz im südchinesischen Shenzhen. Zugleich kündigte er an, dass Huawei seine Produktion massiv drosselt: «In den nächsten beiden Jahren wird die Produktion um 30 Milliarden Dollar (27 Milliarden Euro) gekürzt», sagte Ren.

Das bedeutet eine Drosselung um etwa ein Drittel. Welche Produkte genau betroffen sind, sagte Ren nicht. Im vergangenen Jahr erzielte Huawei einen Umsatz von 721,2 Milliarden Yuan (95,3 Milliarden Euro). Nach eigenen Angaben lieferte das Unternehmen 2018 insgesamt 206 Millionen Smartphones aus, etwa je zur Hälfte in China und zur Hälfte im Ausland.

Ren machte keine weiteren Angaben zum Absatzeinbruch. Eine Konzernsprecherin erläuterte später, bei den Zahlen handele es sich um den Rückgang zwischen Mai und Juni. Der Konzernchef verglich Huawei mit einem beschädigten Flugzeug. Er versprach jedoch, das Unternehmen werde 2021 wieder zu seiner «Vitalität» zurückfinden. Zudem hob er hervor, dass die Verkaufszahlen auf dem heimischen Markt weiterhin «sehr schnell» wüchsen.

Der 5G-Weltmarktführer als Ziel

Huawei wird derzeit massiv von Washington unter Druck gesetzt. Die USA befürchten chinesische Spionage und Sabotage, Huawei weist die Verdächtigungen vehement zurück.

US-Präsident Donald Trump hatte US-Unternehmen kürzlich per Dekret die Nutzung von Telekommunikationstechnik untersagt, die als Sicherheitsrisiko eingestuft wird. Hierbei gilt Huawei – der unangefochtene Weltmarktführer bei der 5G-Technologie – als Hauptziel. Daraufhin schränkten mehrere Unternehmen ihre Zusammenarbeit mit dem chinesischen Telekommunikationsausrüster ein.

Das US-Handelsministerium setzte Huawei zudem wegen mutmasslicher Umgehung der Iran-Sanktionen auf die schwarze Liste von Unternehmen, an die US-Firmen nur mit behördlicher Erlaubnis Technologieprodukte verkaufen dürfen. Die chinesische Regierung wirft den USA «wirtschaftliche Schikane» vor.

Die Sanktionen sind ein harter Schlag für Huawei, weltweit die Nummer zwei in der Smartphone-Branche hinter Samsung. Die Chinesen beziehen viele Teile für ihre Produkte – etwa Hochleistungs-Speicherchips – aus den USA. (afp/red)

Erstellt: 17.06.2019, 14:04 Uhr

Artikel zum Thema

China kündigt schwarze Liste für ausländische Firmen an

Der Handelsstreit dreht sich weiter: Das Land reagiert auf Trumps Vorgehen gegen Huawei. Mehr...

Huawei schlägt gegen Trump-Regierung zurück

Der chinesische Telecomriese warnt die USA vor einem endgültigen Handelsverbot. Und greift zu juristischen Mitteln. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!