So geht man am besten gegen lästige Werbung vor

Telefonterror, Spendensammler und unerwünschte Briefe: Mit diesen Tricks schirmt man sich gegen nervige Werbung ab.

Unerwünschte Briefpost: Es gibt Tricks, wie man diese abstellen kann. (Archiv)

Unerwünschte Briefpost: Es gibt Tricks, wie man diese abstellen kann. (Archiv) Bild: Patrick B. Krämer/Keystone

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Krankenversicherer sollen künftig keine lästigen Werbeanrufe mehr machen dürfen. Dies geht aus einer Motion, die der Ständerat verabschiedet hat, hervor. Laut der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) erhalten Schweizer im Monat rund 18 Millionen unerwünschte Telefonate aus allen möglichen Quellen.

Täglich werden in der Schweiz rund 600'000 Menschen mit nervigen Anrufen belästigt. Ob per Telefon, am Bahnhof oder im Internet. Aber was kann man gegen unerwünschte Werbung unternehmen? Mit diesen Tipps erspart man sich einiges an Ärger.

Telefon-Terror im Festnetz

Swisscom-Kunden können seit Ende November 2016 mit dem Callfilter kostenfrei unerwünschte Werbeanrufe auf ihren Festnetzanschluss blockieren lassen. Kunden von anderen Telecom-Unternehmen kann ein Gerät namens Callblocker helfen: Es kostet rund 60 Franken, wird zwischen Telefonleitung und Telefon angeschlossen und fängt unerwünschte Anrufe ab. Ein Sterneintrag im Telefonverzeichnis verhindere zudem grundsätzlich Werbeanrufe, sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der SKS zu 20 Minuten: «Wer dagegen verstösst, verhält sich unlauter nach Artikel 3 des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb.» Solche Fälle können Konsumenten per Formular auf der Website der Stiftung melden.

Nervige Handy-Anrufe

Auf dem Handy haben Nutzer die Möglichkeit, unerwünschte Anrufe mittels Apps zu blockieren. Die SKS empfiehlt in ihrem Webratgeber etwa die Apps Search.ch und Truecaller, die es sowohl für Android als auch für iOS gibt. Die Stiftung rät allerdings davon ab, die Apps zu kombinieren – man soll sich für eine entscheiden. Konsumenten können natürlich auch einzelne Nummern individuell sperren.

Unerwünschte Briefpost

Wer einen adressierten Werbebrief erhält, kann ihn mit einem Refusé-Kleber mit Datenlöschungsauftrag versehen, wie ihn die SKS anbietet. Dann wirft man den Brief unfrankiert in einen Postkasten. Für Papierwerbung gibt es eine sogenannte Robinsonliste. Sie enthält Adressen von Personen, die keine adressierte Werbung im Briefkasten wünschen. Der Schweizer Dialogmarketingverband führt die Liste. Konsumenten können sich über ein Onlineformular eintragen lassen. Die SKS empfiehlt zudem, mit den persönlichen Informationen sparsam umzugehen. Wenn man seine Adresse jemandem mitteilt, soll man den Zusatz «Adresse nur für diesen Zweck verwenden» angeben.

Spendensammler am Bahnhof

  • Auch in der Öffentlichkeit ist man oft mit lästigen Werbern konfrontiert, die einem eine Mitgliedschaft in einem Verein andrehen oder eine Spende entlocken wollen. Firmen wie etwa Corris schicken für ihre Auftraggeber professionelle «Dialoger» ins Feld. Was kann man tun? «Klar und bestimmt mitteilen, dass kein Interesse an einem Gespräch vorhanden ist», sagt Stalder von der SKS. Zudem soll man auf keinen Fall unter Druck etwas unterschreiben. Ist man einmal im Gespräch, soll man sich für eine Entscheidung Zeit lassen. Lässt man sich trotzdem etwas aufschwätzen, hat man in der Regel ein Widerrufsrecht (siehe Box).

    Irritierende Facebook-Werbung

    Social-Media-Angebote sind auf Werbung angewiesen. Aber manchmal erhält man Anzeigen, die einen einfach nur irritieren. Auf manchen Plattformen wie etwa Facebook kann man solche Werbung ausblenden und Facebook per Klick mitteilen, dass man an dieser Art von Inhalten nicht interessiert ist. Dann bleibt nur zu hoffen, dass die Algorithmen den Vorfall künftig bei der Auswahl von Werbung berücksichtigen. Sonst gibt es noch Adblocker für verschiedene Browser und Betriebssysteme. In der Regel lässt sich einstellen, auf welchen Seiten welche Art von Werbung angezeigt werden darf beziehungsweise geblockt werden soll. (Übernommen von 20 Minuten, bearbeitet von landbote.ch.)

    (red)

    Erstellt: 07.02.2019, 07:47 Uhr

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    Widerruf

    Widerrufsrecht besteht in der Regel, wenn ein Vertrag über einen Betrag von mindestens 100 Franken zustande kommt und der Kunde die Vertragsverhandlung nicht ausdrücklich gewünscht hat. Zusätzliche Bedingungen listet die SKS auf ihrer Website. Die Frist beträgt normalerweise 14 Tage ab dem Zeitpunkt, an dem der Anbieter den Käufer schriftlich über das Widerrufsrecht informiert hat. Innert dieser Frist kann der Kunde vom Vertrag zurücktreten. Die SKS empfiehlt, das per eingeschriebenem Brief zu tun.

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