UBS zielt wieder auf superreiche US-Bürger

Die Bank will mehr Geld reicher Nordamerikaner in die Schweiz holen. Die Nachfrage sei da, sagt Manager Jürgen Wegner.

«Viele US-Kunden sind zunehmend an einer breiten Streuung ihres Vermögens interessiert». UBS-Gebäude an der Park Avenue in New York. (Archivbild) Bild: Chip East/Reuters

«Viele US-Kunden sind zunehmend an einer breiten Streuung ihres Vermögens interessiert». UBS-Gebäude an der Park Avenue in New York. (Archivbild) Bild: Chip East/Reuters

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Immer mehr reiche Amerikaner wollen nach Einschätzung der Schweizer Grossbank UBS einen Teil ihres Geldes ausser Landes schaffen und international anlegen. «Das Interesse hat sich verstärkt, aus politischen Gründen und aus Gründen der Diversifikation», sagte UBS-Manager Jürgen Wegner gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Obwohl viele US-Kunden ihr Geld traditionell weiterhin am liebsten in ihrem Heimatmarkt horten, seien sie zunehmend an einer breiten Streuung ihres Vermögens interessiert. «Gerade im Bereich von einem Vermögen von mehr als hundert Millionen Dollar merken wir das ganz stark», sagte Wegner. Er leitet die UBS-Tochter Swiss Financial Advisers (SFA).

Einzige Vermögensverwalter mit US-Geschäft

Die Einheit verwaltet die Gelder von US-Kunden in der Schweiz und ist einer von vielen Bausteinen für den Wachstumsplan der Kernsparte der Bank – der Vermögensverwaltung. Die UBS hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, superreiche Nordamerikaner als neue Kunden zu gewinnen. In den kommenden drei Jahren will sie von dieser Klientel 70 Milliarden Dollar einsammeln – und sie davon überzeugen, ihr Geld nicht nur zu Hause, sondern international anzulegen, sagte Wegner.

Denn nur so könne sich die Schweizer Bank im Ringen um neue Kunden von der mächtigen US-Konkurrenz unterscheiden. Die UBS ist der einzige Schweizer Vermögensverwalter, der über ein umfangreiches US-Geschäft verfügt. Konzernweit verwaltet das Institut im Kerngeschäft 2,4 Billionen Franken – etwa die Hälfte davon in den USA.

Amerikaner legen Vorbehalte langsam wieder ab

Zugute komme der UBS dabei, dass Amerikaner Vorbehalte gegen Schweizer Banken – aufgebaut im Zuge des Steuerstreits vor zehn Jahren – langsam wieder ablegten. «Wenn man 2012 einem Kunden den Vorschlag gemacht hat, sein Geld in die Schweiz zu bringen – auch wenn es legal ist – dann hatte der Kunde Angst, auf einer schwarzen Liste zu erscheinen. Diese Ressentiments sind erheblich weniger, das merken wir», sagte Wegner.

Die US-Behörden haben vor rund zehn Jahren begonnen, verstärkt Jagd auf reiche Bankkunden zu machen, die ihr Geld in der Schweiz gehortet und vor dem Fiskus versteckt hatten. Das hat letztlich zum Ende des Schweizer Bankgeheimnisses geführt und den Banken milliardenschwere Bussen eingebrockt. Das nun wieder wachsende Interesse der US-Kundschaft nach Geldanlagen in der Schweiz zeige sich auch in weiteren Geldzuflüssen in der SFA im bisherigen Jahresverlauf, sagte Wegner. Sie kam zuletzt auf ein verwaltetes Vermögen von rund fünf Milliarden Franken.

(oli/sda)

Erstellt: 16.11.2018, 16:23 Uhr

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