US-Justiz erhebt Anklage gegen zwei Deutsche

Sie sollen Millionen vor den US-Behörden versteckt haben, nun wurden vier Personen im Zusammenhang mit den Panama Papers von den USA angeklagt.

Angestellte und Kunden stehen im Fokus der US-Behörden: Schweizer Niederlassung der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca. (Archivbild)

Angestellte und Kunden stehen im Fokus der US-Behörden: Schweizer Niederlassung der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca. (Archivbild) Bild: Fabrice Coffrini/AFP

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Die US-Justizbehörden haben im Zusammenhang mit den sogenannten Panama Papers Anklage gegen vier Verdächtige erhoben, darunter zwei deutsche Staatsbürger. Bei den Verdächtigen handle es sich um Angestellte und Kunden der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca.

Die Kanzlei stand im Mittelpunkt des Skandals. Sie wurde in diesem Jahr geschlossen. Es ist das erste Mal, dass ein Fall in Zusammenhang mit den Panama Papers in den USA vor Gericht kommt.

In der Anklageschrift heisst es, zwei der Verdächtigen – ein 50-jähriger Mann aus Panama und ein 54-jähriger Deutscher – hätten Klienten der Kanzlei mit Briefkastenfirmen und Stiftungen dazu verholfen, ihr Vermögen und Einkommen vor den US-Behörden zu verstecken. Ihnen drohen bis zu 20 Jahren Haft.

Deutsche Bank durchsucht

Bei einem ihrer Kunden handle es sich um einen 81-jährigen Deutschen, der ebenfalls angeklagt wurde. Der vierte Verdächtige ist ein 74-jähriger US-Bürger.

Erst vergangene Woche sind Büros der Deutschen Bank durchsucht worden. Deutschlands grösstes Geldhaus ist wegen des Verdachts der Geldwäsche im Zusammenhang mit den sogenannten Panama Papers ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten.

Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass Mitarbeiter der Deutschen Bank Kunden geholfen haben, Offshore-Gesellschaften in Steuerparadiesen zu gründen. Dabei soll Geld aus Straftaten auf Konten der Deutschen Bank transferiert worden sein, ohne dass das Institut Geldwäscheverdachtsanzeigen erstattet hat.

200'000 Briefkastenfirmen

Im April 2016 hatte ein internationales Netzwerk von Journalisten, darunter auch der «Süddeutschen Zeitung» und des «Tages-Anzeigers», über rund 200'000 von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen.

Die Veröffentlichung führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und zu einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche. Die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca hatte im vergangenen März mitgeteilt, sie stelle ihren Betrieb ein. (chk/sda)

Erstellt: 05.12.2018, 05:17 Uhr

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