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Weshalb die Qualität in der Baubranche abnimmt

Die Baubranche boomt, die Zahl der Beschäftigten sinkt aber. Das hat direkte Konsequenzen für die Bauarbeiter – und ihre Arbeit.

Yannick Wiget
Es muss schnell gehen: Bauarbeiter richten mit einem Seil eine 340 Tonnen schwere Stahlbrücke in Gümmenen aus. Foto: Keystone
Es muss schnell gehen: Bauarbeiter richten mit einem Seil eine 340 Tonnen schwere Stahlbrücke in Gümmenen aus. Foto: Keystone

Die Schweizer Baubranche boomt. Seit Jahren nehmen die Aufträge und die Umsätze vieler Firmen zu. 2019 erreichte der Bauindex, der von der Credit Suisse erhoben wird, sogar einen neuen Höchststand. Doch es gibt ein wesentliches Problem: Während die Arbeit ansteigt, ist die Zahl der Beschäftigten in den letzten Jahren tendenziell gesunken.

Immer mehr Bauarbeiter leiden deshalb unter Stress. Das zeigt eine grosse Umfrage der Gewerkschaft Unia bei über 12’000 Angestellten. Mehr als drei Viertel der befragten Bauarbeiter geben an, der Termindruck habe in den letzten Jahren zugenommen. Ausserdem sagen 73 Prozent, dieser gestiegene Druck führe zu mehr Stress.

Viele Befragte beklagen sich über immer längere Reisezeiten und eine schlechtere Stimmung im Team. Die Unsicherheit, wann sie am Abend nach Hause kommen, wirkt sich zudem negativ auf ihr Privatleben aus. 68 Prozent sehen sich gezwungen, einen Grossteil ihrer Familien- und Freizeit zu opfern.

Als direkte Konsequenzen geben die Befragten an, dass wegen der Belastung auf der Baustelle ihre Gesundheit leide, die Qualität ihrer Arbeit abnehme und die Arbeitssicherheit vernachlässigt werde.

Die Jobs auf dem Bau sind gefährlich. Jeder sechste Arbeiter verunfallt pro Jahr, das sind dreimal so viele wie im Schweizer Durchschnitt aller Wirtschaftszweige. Todesfälle kommen gar sechsmal so häufig vor. Zwar hätten die Unfälle auf dem Bau insgesamt abgenommen, schreibt die Unia, doch die Zahl der schweren und Schwerstunfälle sei in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen.

Die Gewerkschaft führt das unter anderem auf die Zunahme des Arbeits- und Termindruckes zurück und sieht dringenden Handlungsbedarf. 76 Prozent der Bauarbeiter wollen laut der Umfrage etwas gegen die steigende Belastung tun. Gemeinsam mit der Unia arbeiten sie nun Forderungen an die Bauherren und Arbeitgeber aus, die einen stärkeren Schutz für die Gesundheit Angestellten zum Ziel haben.

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