Zum Hauptinhalt springen

Clariant bricht Fusion mit Huntsman ab

Die Chemiekonzerne Clariant und Huntsman müssen sich dem Druck des aktivistischen Investors White Tale beugen. Der Zusammenschluss der beiden Konkurrenten wird abgeblasen.

Kein Deal mit Huntsman: Das Chemiewerk der Firma Clariant in Muttenz. (Archivbild)
Kein Deal mit Huntsman: Das Chemiewerk der Firma Clariant in Muttenz. (Archivbild)
Keystone

Der Zusammenschluss zwischen Clariant und dem US-Konzern Huntsman ist in gegenseitigem Einvernehmen beendet worden. Das heisst es in einer Mitteilung von heute.

Es sei unwahrscheinlich geworden, dass Clariant an der ausserordentlichen Generalversammlung die für die Fusion nötige Zweidrittelsmehrheit der Aktionäre erhalte, sagte Konzernchef Hariolf Kottmann anschliessend an einer Telefonkonferenz. Der Abbruch der Fusion sei deshalb im Interesse aller Beteiligter.

Video – Clariant: Da standen die Zeichen noch auf Fusion

Der Schweizer Spezialchemiekonzern gab im Mai 2017 den Zusammenschluss mit dem texanischen Unternehmen Huntsman bekannt. Video: TA

Praktisch gleichzeitig zur Mitteilung von Clariant meldete der US-Grossinvestor White Tale in einer Pflichtmitteilung die Erhöhung seiner Beteiligung an Clariant auf 20 Prozent. Zuletzt hatte White Tale Ende September einen Anteil von gut 15 Prozent vermeldet.

Deal wurde bemängelt

Die US-Beteiligungsgesellschaft bestätigte damals auch ihre grundsätzliche Kritik an der geplanten Fusion, wobei insbesondere die ungenügende Bewertung von Clariant und die fehlende industrielle Logik des Deals bemängelt wurden.

Mit dem Abbruch der Fusion ist Clariant weiterhin als eigenständiges Unternehmen unterwegs. Das Unternehmen werde sich nun auf seine Strategie konzentrieren, die Marktposition weiter auszubauen, hiess es. Einem möglichen Verkauf von Unternehmensteilen und einem Rücktritt erteilte Konzernchef Kottmann eine Absage.

Keine Strafgebühr

Der Aufhebungsvertrag sieht für keine der beiden Seiten eine Strafgebühr vor. Somit vermeidet Clariant sowohl die Abbruchzahlung von 210 Millionen Dollar als auch die Strafzahlung von 60 Millionen Dollar bei Nichtzustimmung durch die ausserordentliche Generalversammlung, wie es im Fusionsvertrag ursprünglich vereinbart worden war.

An der Börse zeichnet sich am Freitag ein Kurstaucher der Clariant-Aktien ab. Im vorbörslichen Handel in Zürich liegen die Titel nach dem Abbruch der Fusion mit 6 Prozent im Minus.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch