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Harleys für EU-Markt bald nicht mehr «Made in USA»

Die Strafzölle veranlassen den Motorradhersteller, seine Fabriken ausserhalb der USA auszubauen. US-Präsident Trump zeigt sich «überrascht».

Das Unternehmen sieht davon ab, eine Preiserhöhung an Käufer weiterzugeben: Ein Helm in den Farben der US-Flagge vor Harley-Davidson-Rädern bei den «Hamburg Harley Days». (24. Juni 2018)
Das Unternehmen sieht davon ab, eine Preiserhöhung an Käufer weiterzugeben: Ein Helm in den Farben der US-Flagge vor Harley-Davidson-Rädern bei den «Hamburg Harley Days». (24. Juni 2018)
Fabian Bimmer, Reuters

Harley-Davidson wird wegen der EU-Vergeltungszölle auf amerikanische Waren einen Teil seiner Produktion aus den USA verlagern. Dadurch soll eine Preiserhöhung für Kunden in Europa vermieden werden, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Die Anhebung der EU-Zölle von bisher 6 auf 31 Prozent mache ein Motorrad von Harley-Davidson in Europa im Schnitt um 2200 Dollar teurer. Bis die Verlagerung der Produktion binnen 9 bis 18 Monaten über die Bühne geht, werde Harley-Davidson diese Kosten selbst tragen, hiess es. Das bedeute allein für den Rest dieses Jahres eine Belastung von voraussichtlich 30 bis 45 Millionen Dollar.

Europa zweitwichtigster Markt

Die EU reagierte mit den am vergangenen Freitag in Kraft getretenen Vergeltungszöllen für US-Produkte wie Whiskey, Jeans, Reis, Mais oder Motorräder auf zuvor von US-Präsident Donald Trump verhängte Sonderabgaben auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren aus Europa. Harley-Davidson ist das erste US-Unternehmen, das eine detaillierte Einschätzung zu den Auswirkungen dieses Handelskonflikts abgab.

Würde man die höheren Kosten mit einer Preiserhöhung an Käufer weitergeben, hätte das einen «sofortigen und langanhaltenden» Schaden für das Geschäft in der Region zur Folge, erklärte Harley-Davidson den Schritt. Europa sei mit knapp 40'000 verkauften Harley-Motorrädern im vergangenen Jahr der zweitwichtigste Markt für die Firma nach den USA. Harley-Davidson hat Werke ausserhalb der USA in Brasilien, Indien und Thailand. Diese Fabriken sollen nun ausgebaut werden.

Trump überrascht

US-Präsident Donald Trump hat sich «überrascht» über die Ankündigung des US-Motorradherstellers Harley-Davidson zur teilweisen Produktionsverlagerung ins Ausland gezeigt. «Überrascht, dass Harley-Davidson von allen Unternehmen das erste ist, das die Weisse Fahne hisst», schrieb Trump am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

«Ich habe hart für sie gekämpft und am Ende werden sie keine Zölle auf Verkäufe in die EU zahlen, die uns beim Handel schlimm geschädigt hat», twitterte Trump weiter. Die Steuern seien nur eine «Ausrede» des Motorradherstellers, schrieb Trump und forderte «Geduld».

sda/AFP/nag/chk

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