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Weko besorgt über Marktmacht bei den Stellenbörsen

Im Geschäft mit Stellenanzeigen hat JobCloud möglicherweise bald zu viel Marktmacht. Grund: JobCloud will nun auch noch JobScout24 übernehmen. Darum mischt sich nun die Wettbewerbskommission Weko ein.

Scout24 soll den Besitzer wechseln, doch die Weko will zuerst eine vertiefte Prüfung durchführen.
Scout24 soll den Besitzer wechseln, doch die Weko will zuerst eine vertiefte Prüfung durchführen.
Keystone

JobCloud verfügt mit seinen diversen Portalen wie etwa jobs.ch oder jobup.ch bereits über eine starke Stellung im Markt. Mit der Übernahme von JobScout24 käme eine neue Online-Stellenbörse dazu. Gemäss Wettbewerbskommission (Weko) bestehen darum Anhaltspunkte für eine Verstärkung einer allenfalls schon heute marktbeherrschenden Stellung. Sie will die Übernahme darum vertieft prüfen, wie sie am Dienstag mitteilte. "Nach der vorläufigen Prüfung bestehen Anhaltspunkte. Das Ergebnis der Prüfung wird die Frage beantwortet, ob eine marktbeherrschende Stellung besteht, die den Wettbewerb beseitigt", sagt Weko-Vizedirektorin Carole Söhner-Bührer auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. JobCloud zuversichtlich JobCloud gibt sich gelassen. "Neben den klassischen Online-Stellenanzeigen gibt es zahlreiche Angebote, etwa Karrierenetzwerke oder Anzeigen im Printbereich. Zudem rekrutieren Unternehmen ihr Personal von sich aus oder setzen Rekrutierungsstellen ein. Daher sind wir zuversichtlich", sagte Sprecherin Rebekka Affolter auf Anfrage. Gemäss Weko ist das eben gerade nicht offensichtlich. "Die vertiefte Überprüfung wird zeigen, wie sich die Märkte im Bereich der Stellenanzeigen von einander abgrenzen", sagt Carole Söhner-Bührer. JobCloud gehört zur Hälfte den Medienhäusern Ringier und Tamedia. Bereits vor einigen Tagen hat Tamedia Post von der Weko erhalten. Dort geht es um den den Internetmarktplatzes Ricardo, den Tamedia für 240 Mio. Fr. vom südafrikanischen Konzern Naspers kaufen will. Gemäss Weko ist Ricardo mit olx.ch im Bereich der Stellen-Rubrikanzeigen tätig. Die Übernahme wird darum ebenfalls vertieft geprüft. Für eine Stellungnahme zum Weko-Entscheid betreffend JobScout24 verweist Tamedia auf JobCloud. Dort hat man mit dem Brief aus Bern bereits gerechnet. "Weil JobCloud zur Hälfte der Tamedia gehört, mussten wir ebenfalls mit einem solchen Entscheid rechnen. Wir sind nicht überrascht", sagt JobCloud-Sprecherin Rebekka Affolter. Logische Folge Jobscout24 gehört zum Internetportal Scout24 Schweiz und wird von Ringier kontrolliert. "Eine Zusammenführung der Online-Stellenmärkte unter dem Dach der JobCloud AG liegt auf der Hand", sagt Ringier-Sprecherin Danja Spring auf Anfrage. Die anderen Börsen von Scout24, etwa Autos und Motorräder (autoscout24.ch und motoscout24.ch) oder auch Immobilien (immoscout24.ch) verbleiben bei Scout24. Bereits 2011 hat JobCloud respektive die damalige jobs.ch das Geschäftskunden-Portfolio von JobScout24 übernommen. "Die beiden Parteien arbeiten seither partnerschaftlich zusammen. Ringier und Tamedia haben nun entschieden, JobScout24 im Rahmen eines Lizenzvertrags vollständig in die JobCloud AG zu integrieren. Zum Preis nehmen wir keine Stellung
", sagt Spring.

SDA

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