Heute Nacht erreicht der Meteorschauer seinen Höhepunkt

Sternschnuppen im Minutentakt: So finden Sie einen wolkenfreien Ort ohne Lichtsmog, um den Perseiden-Schauer zu sehen.

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In der Nacht auf Montag können Nachtschwärmer aussergewöhnlich viele Sternschnuppen über den Himmel huschen sehen: Der Meteorstrom der Perseiden, die alljährlich Mitte August gehäuft am Nachthimmel auftreten, erreicht seinen Höhepunkt. Bereits in der Nacht zum Sonntag waren erste Meteore zu sehen.

Fachleute rechnen in der Nacht auf Montag mit bis zu einhundert Sternschnuppen pro Stunde. Ein realistischer Durchschnittswert dürfte aber bei rund 60 Meteoren liegen – also etwa einer Sternschnuppe pro Minute. Am besten sind die Sommer-Sternschnuppen am späten Abend und in den frühen Morgenstunden zu beobachten.

Ideale Bedingungen

«Im Moment hat es in der Zentralschweiz, über dem Bündnerland und in der Ostschweiz noch einige Wolkenfelder», sagte Meteorologe Nicola Möckli von Meteonews um 20.30 Uhr. «Ansonsten ist der Himmel praktisch wolkenlos.»

Die aktuelle Wolkenbedeckung ist auf Infrarot-Bildern von geostationären Satelliten über Europa ersichtlich. «Die Infrarotkanäle der Satelliten erkennen auch nachts Wolken aufgrund der Wärmestrahlung, die diese abgeben», wird unter der entsprechenden Karte auf kachelmannwetter.com erklärt.

Die Wolken über der Schweiz kurz vor Sonnenuntergang. (12. August 2018, 20.20 Uhr) Bild: sat24.com

Vor allem die erste Nachthälfte bleibe klar und sei somit geeignet dafür, die Perseiden zu beobachten. In der zweiten Nachthälfte gebe es dann vermehrt Wolkenfelder – und auf den Meteorschauer könnten am Morgen sogar auch Regenschauer folgen.

Meteonews hatte bereits am Samstag in einer Mitteilung erklärt, dass das Hoch Kevin die Luft abgetrocknet hatte. Das bedeutet, dass es nördlich der Alpen und weitgehend perfekte Bedingungen gibt, um Sternschnuppen zu sehen. «Wer lange und gut hinschaut, kann mehrere Hundert von ihnen sehen», heisst es in der Mitteilung.

Eine besondere Ausrüstung brauchen Himmelsgucker für die Beobachtung der Perseiden nicht – ein Liegestuhl oder eine Isomatte und eine gute Rundumsicht reichen aus. Die besten Beobachtungsmöglichkeiten bietet ein Platz fernab der von Kunstlicht durchfluteten Städte. Wer den Meteorstrom fotografieren will, sollte eine Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv auf ein Stativ montieren und eine Langzeitbelichtung wählen. Welche Orte in der Schweiz speziell dunkel sind, zeigt die «Lichtverschmutzungskarte» lightpollutionmap.info, die auf Satellitendaten basiert.

Noch genauer lassen sich dunkle Orte direkt auf der Website lightpollutionmap.info finden.

Auf ihrer Homepage empfiehlt die US-Raumfahrtbehörde, die Augen an die Dunkelheit anzupassen. Dies dauere etwa 30 Minuten. Auf diese Weise werden mehr Meteore zu sehen sein, versichert die Nasa. Zudem sollte man Blicke auf das Handy vermeiden. Das Betrachten von Geräten mit hellen Bildschirmen wirke sich negativ auf die Nachtsicht aus.

Dieses Jahr werde auch kein Mondlicht die Beobachtung der August-Sternschnuppen stören, wie das Heidelberger Haus der Astronomie und die Vereinigung der Sternfreunde im Vorfeld mitteilten. Am Samstag war Neumond, was bedeutete, dass bei wolkenfreiem Nachthimmel deutlich mehr Perseidenmeteore zu sehen waren als im Vorjahr. Damals überstrahlte der helle Mond nämlich viele lichtschwächere Meteore.

216'000 km/h schnell

Ihren Namen haben die Perseiden, weil sie scheinbar dem Sternbild Perseus entspringen, das um zehn Uhr abends erst im Nordosten aufgeht. Dort liegt ihr Radiant, wie Astronomen den scheinbaren Ausgangspunkt von Meteorströmen nennen. In Wahrheit kommen die Perseiden aber aus der unmittelbaren Erdumgebung: Auf seiner Bahn kreuzt unser Planet alljährlich zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner Reise um unser Zentralgestirn zurückliess.

Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur dieses etwa alle 133 Jahre wiederkehrenden Kometen, dringen die oft nicht einmal stecknadelkopfgrossen Partikel mit fast 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein – also mit nahezu 216'000 Kilometern pro Stunde. In einer Höhe von 80 bis hundert Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinungen, die Sternschnuppen genannt werden.

Die grösseren Meteore leuchten beim Verglühen in der Erdatmosphäre so stark wie helle Sterne und Planeten. Noch heller, aber auch entsprechend seltener sind die sogenannten Feuerkugeln oder Boliden. Diese spektakulären Meteore ziehen oft einen farbig nachglühenden Schweif hinter sich her. (mch/sep/afp)

Erstellt: 12.08.2018, 19:36 Uhr

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