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Landluft-KolumneWo Sie noch umarmen können

Weihnachten und Silvester im Wald feiern? Diese Idee sollten Sie sich gut überlegen.

Wie wohl Kühe die Festtage verbringen?
Wie wohl Kühe die Festtage verbringen?
Cartoon: Ruedi Widmer

In einer Woche ist Weihnachten und in zwei Wochen dieses vermaledeite Jahr endlich zu Ende. Doch wie soll man bloss feiern, ohne schon bald an eine Bodenhochzeit eingeladen zu werden?

Zuflucht bietet der Wald. Nicht nur weil dort ohne Gefahr zumindest Bäume umarmt werden können, sondern vor allem wegen der Weite und der frischen Landluft. Eine willkommene Abwechslung für uns, die zu Hause langsam mit dem Sofa verschmelzen: Grüezi, Bundesrat Alain Canapé, mein Name.

Auch Maria würde das Christkind 2020 wohl im Wald gebären. Nicht weil alle Hotels in der Stadt ausgebucht sind, nein, nein, wo denken Sie hin. Vielmehr werden die beiden ohne Maske in kein Haus gelassen. Gut, mit etwas Glück fänden Sie vielleicht noch eine verlassene Beiz. Item.

Beim Feiern im Wald sollte man doch so einiges beachten. Zuerst stellt sich dieselbe Frage wie auf den Intensivstationen und Skipisten: Hat es noch Platz?

Eine Doodle-Umfrage wäre hilfreich. Ein stündiger Slot für jede Feuerstelle in der Region könnte dort ausgewählt werden. Vorteil: Nur die Ersten brauchen ein Feuer anzuzünden. Nachteil: Der Letzte muss alles aufräumen.

Aber auch für die Tiere wäre ein solches Rambazamba im Wald ein Stress. Gut, vielleicht hat es ein paar Tösstaler Hirsche drunter, die durch Goa-Partys und andere Drogeneinflüsse geeicht sind und ihre Waldgspäändli beruhigen können. Es wäre zumindest zu hoffen.

Aufpassen muss, wer den Abschied dieses Seuchenjahrs allzu lange feiert. Denn irgendwann tauchen drei schummrige Gestalten aus dem Morgenland auf und sagen: «Tschuldigung, Sie sind aber meh als 10 Persone!» Und eine solche Begegnung mit der Polizei wäre ein denkbar schlechter Start ins Jahr, in dem schliesslich alles besser werden soll.