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Landluft-KolumneZeig mir deine Maske, und ich sag dir, wer du bist

Maske in medizinischem Blau, mit Grinsen oder glitzernd? Die Diversität ist gross.

Die Landluft ist diesmal Modekritik.
Die Landluft ist diesmal Modekritik.
Illustration: Ruedi Widmer

Wer viel mit dem ÖV pendelt, sieht viele Masken. Die Stoffteile sind so unterschiedlich, sie könnten glatt als Accessoire durchgehen – und verraten viel über ihre Träger und Trägerinnen.

Da ist einmal der blaue Einheitsbrei. Die Einwegmasken, die es in Grosspackungen von verschiedenen Herstellern in immer ähnlicher Aufmachung zu kaufen gibt. Langweilig, aber zweckerfüllend. Nur knapp eine modische Stufe darüber liegen die einfarbigen Stoffmasken, vorzugsweise in Schwarz oder Grau, für Extrovertiertere auch in Knallrot.

Es folgt das Fashion-Level Selbermacher und Individualistin. Die Masken selbst genäht aus (hoffentlich) medizinischen Stoffen nach eigener Wahl. Oder aber man kennt jemanden, der jemanden kennt, der solche Masken näht. Im Gesicht tragen diese Personen dann Muscheln, Blüemli, gerne auch Pünktli oder andere Muster und Farben, die der Persönlichkeit oder dem Kleidungsstil entsprechen.

Die letzte Form: exzentrisches Fashion-Statement. Beispielsweise in Form des Lächelns des Batman-Bösewichts «Joker» oder die Variante Mega-Glitzer. Der Lieblings-Fussballclub, das Schweizer Kreuz oder Alice im Wunderlands’ Grinsekatze, all das sagt viel über die Person hinter der Maske aus. Gebannt wartet man auf Weihnachten – kommen sie dann endlich, die blinkenden roten Nasen?!

So oder so, Maske tragen kann ein Ausdruck von Stil sein. Allerdings haben Mode wie Masken immer eine funktionale Aufgabe. Auch da sind verschiedene Varianten zu sehen. Viele falsche: Maske über Nase, Mund oder Kinn. Oder auch Maske am Arm. Das ist gleich sinnvoll, wie mit dem Helm am Lenker Velo zu fahren. Egal wie chic, doch leider sinnlos.