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Bundesrat soll Massnahmen verfügen Zürcher Regierung will schweizweite Schliessung von Skigebieten

Der Regierungsrat hält im Kampf gegen die Ausbreitung von Covid-19 sofortiges Handeln auf nationaler Ebene für erforderlich. Er geht davon aus, dass der Bundesrat am Freitag weitere Massnahmen in Kraft setzen wird.

Zürcher Spitäler können keine Unfallpatienten aus Skigebieten versorgen – schweizweite Massnahmen sind aus Sicht des Regierungsrats nötig.
Zürcher Spitäler können keine Unfallpatienten aus Skigebieten versorgen – schweizweite Massnahmen sind aus Sicht des Regierungsrats nötig.
Foto: Bruno Petroni

Der Zürcher Regierungsrat hat am Mittwoch vorgeschlagen, die Skigebiete schweizweit sofort zu schliessen. Die Spitäler im Kanton Zürich seien kaum in der Lage, zusätzliche Unfallpatientinnen und Unfallpatienten aus den Skigebieten zu versorgen.

Dies teilte die Regierung des Kantons Zürich am Mittwoch mit. «Es ist nicht nachvollziehbar, dass Sport- und Freizeiteinrichtungen geschlossen werden sollen, während in den Bergen trotz aller Infektions- und Unfallrisiken Skibetrieb herrscht», schreibt die Kantonsregierung. Sie regt deshalb an, dass die Skigebiete schweizweit sofort geschlossen werden sollen.

Ausserdem sei die Prostitution landesweit zu verbieten. Diese Massnahme sei im Kanton Zürich und in mehreren anderen Kantonen bereits in Kraft.

Falls der Bundesrat nicht handelt

Die angespannte Situation in den Zürcher Spitälern habe sich verschärft und belaste das Gesundheitspersonal stark. Dies gelte inzwischen für die ganze Schweiz. Um eine drohende Überforderung des Gesundheitssystems zu verhindern, fordert der Regierungsrat ein rasches Handeln. Er geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der Bundesrat am Freitag weitere Massnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 erlässt und rasch in Kraft setzt.

Für das Verständnis und die Akzeptanz in der Bevölkerung braucht es laut dem Zürcher Regierungsrat über die Kantonsgrenzen hinweg einheitliche und klare Regelungen, die bis über die Festtage hinaus Gültigkeit haben. «Sollten diese wider Erwarten ausbleiben, wird der Regierungsrat unverzüglich eigene Massnahmen beschliessen», schreibt die Kantonsregierung. Bei der letzten Medienkonferenz des Regierungsrats sagte dessen Präsidentin Silvia Steiner (CVP), dass dann «nur etwas bleibe, das dem Lockdown sehr nahe käme».

Zürcher Zahlen bleiben hoch

Derweil bleiben die Covid-19-Kennzahlen im Kanton Zürich unvermindert hoch. In den letzten 24 Stunden wurden 939 Personen positiv getestet und 24 Menschen sind am Virus verstorben. Die Zahl der Hospitalisierten hat sich mit 518 kaum verändert (-3). 107 Personen benötigen Intensivpflege (+9) und 73 werden beatmet.

SDA/pag