Zum Hauptinhalt springen

Auswirkungen der Krise unklarZurich rechnet mit 750 Millionen Dollar Schaden wegen Corona

Der Versicherer hat wegen der Corona-Krise im ersten Quartal Schadenforderungen in Höhe von 280 Millionen Dollar erfasst. Zurich erwartet jedoch weitaus höhere Kosten.

Der Versicherer Zurich geht von Schadenforderungen seiner Kunden wegen der Coronakrise von rund 750 Millionen Dollar aus.
Der Versicherer Zurich geht von Schadenforderungen seiner Kunden wegen der Coronakrise von rund 750 Millionen Dollar aus.
Foto: Ennio Leanza/Keystone

Die Zurich-Gruppe dürfte mit Blick auf die Coronakrise einen beträchtlichen Schaden davontragen. Das Virus hinterlässt im Versicherungsgeschäft wie auch in der Bilanz seine Spuren.

Noch seien die Auswirkungen im Zusammenhang mit Corona mit grossen Unsicherheiten behaftet, schreibt die Zurich am Donnerstag. Doch dürften die Turbulenzen an den Finanzmärkten und der zu erwartende Konjunkturabschwung sowohl den Umsatz als auch den Gewinn belasten.

Die Gruppe geht laut ersten Szenario-Berechnungen davon aus, dass sich die Schadenforderungen der Kunden auf rund 750 Millionen US-Dollar belaufen könnten. 280 Millionen davon seien im ersten Quartal erfasst worden.

Die Zurich habe seit Beginn der Gesundheitskrise die Verpflichtungen jederzeit erfüllt, unterstreicht die Gesellschaft. Man habe den Kunden etwa Prämiennachlässe, Zahlungsaufschübe und Deckungserweiterungen gewährt. Und auch der US-Partner Farmers Exchanges kündigte für Kleinunternehmen Prämienrabatte in Höhe von 300 Millionen Dollar an.

Unter den Marktturbulenzen gelitten hat die Bilanz der Zurich-Gruppe. Finanzchef George Quinn bezeichnet die Finanzlage trotz des Rückgangs im ersten Quartal aber als nach wie vor stark. «Ich bin zuversichtlich, dass die Gruppe gut aufgestellt ist, um die gegenwärtigen Herausforderungen zu meistern», lässt er sich zitieren.

Wachstum im Schadengeschäft

Derweil sind die Prämieneinnahmen im Schadengeschäft im Startquartal gewachsen. Sie legten um 5 Prozent auf 9,68 Milliarden Dollar zu. In Lokalwährungen und bereinigt um Zu- und Verkäufe stiegen die Einnahmen um 7 Prozent.

Gewachsen ist der Versicherer in erster Linie in der Marktregion Europa, Nahen Osten und Afrika (EMEA) mit einem bereinigten Anstieg von 8 Prozent sowie in Nordamerika mit einem Plus von 7 Prozent. Vor allem in Nordamerika konnten die Prämiensätze deutlich erhöht werden.

Zum ersten Quartal legt die Zurich nur wenige Kennzahlen und keine Angaben zum Gewinn vor. Im Neugeschäft der Lebensversicherung nahm das sogenannte Jahresprämienäquivalent (APE) um knapp einen Fünftel auf 958 Millionen Dollar ab. Die Zahl setzt sich aus neu gewonnenen Prämien und einem Zehntel der eingenommenen Einmalprämien zusammen.

Der Rückgang sei auf die ersten Auswirkungen der Coronakrise insbesondere in Asien und Brasilien zurückzuführen, heisst es. Da mussten nämlich von den Regierungen verordnet sämtliche Vertriebskanäle mit Kundenkontakten geschlossen werden, was das Gewinnen neuer Kunden erschwert.

Mit den für Farmers erbrachten Dienstleistungen nahm die Zurich derweil 938 Millionen Dollar an Gebühren ein. Das Plus von 13 Prozent war auf Anpassungen in der Rechnungslegung zurückzuführen. Um diese bereinigt belief sich das Wachstum auf 2 Prozent.

SDA

1 Kommentar
    Ronnie König

    Und was habe ich vor etwas mehr als einem Monat geschrieben? Zwar nicht genau in dem Sinn, ich kann nicht hellsehen, aber einschätzen und hinschauen eben schon. Ich schrieb gerade kürzlich noch wegen dem Klimawandel in fast gleiche Richtung. Hängen beide Themen zusammen. Das Problem hier ist, dass mit kapitalistischen Erwartungen Versicherungen nur bei Sonnenschen funktionieren. Als Solidarprojekt würde es gehen, aber dazu müsste man erst Grundlagen schaffen. Es würde bei der Finanzierung ähnlich wie Sparen funktionieren. Aber in einer erzkapitalistischen Welt wo man Schulden als Gewinn verkaufen kann, da stimmt halt schnell vieles nicht mehr und Firmen stehen schlecht da. Das müsste nicht sein, aber viele hoffen und glauben, nur die wahren Fakten glauben wollen sie nicht. Offenbar ist es hipper den Gaukler zu folgen. Man sollte wieder einmal die Geschichte vom Rattenfänger zu Hamel lesen.