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Zukauf von MetLife-SparteMilliarden-Deal der Zurich in den USA

Der Schweizer Versicherungskonzern übernimmt das Schaden- und Unfallgeschäft des amerikanischen Konkurrenten MetLife.

Die Transaktion soll bereits ab dem ersten vollen Jahr nach deren Abschluss zum Gewinn der Zurich beitragen und ab 2023 eine Kapitalrendite von etwa 10 Prozent erwirtschaften.
Die Transaktion soll bereits ab dem ersten vollen Jahr nach deren Abschluss zum Gewinn der Zurich beitragen und ab 2023 eine Kapitalrendite von etwa 10 Prozent erwirtschaften.
Foto: Ennio Leanza (Keystone) 

Die Zurich-Gruppe kauft in den USA dem US-Konkurrenten MetLife die Sach- und Unfallversicherung ab und führt das Geschäft mit jenem des US-Partners Farmers zusammen. Damit setzt Farmers zu einem Wachstumssprung an.

Mit dem zugekauften Prämienvolumen von 3,6 Milliarden US-Dollar und den rund 3500 MetLife-Mitarbeitenden steige die genossenschaftlich organisierte Farmers-Gruppe auf einen Schlag zum sechstgrössten Privatkundenversicherer in den USA auf, teilte die Zurich am Freitag mit.

Teil der Transaktion ist den Angaben zufolge auch eine zehnjährige und exklusive Vertriebsvereinbarung zwischen Farmers und MetLife. Über die Group Benefits Plattform von MetLife erhält Farmers den Zugang zu 3800 Unternehmen und 37 Millionen Arbeitnehmenden in den USA.

Milliardenteurer Zukauf

Die Übernahme kommt nicht ganz überraschend. Im November hatte die Zurich bestätigt, dass mit MetLife Gespräche darüber geführt werden.

Insgesamt kostet die MetLife-Sparte 3,94 Milliarden Dollar. Die Zurich selber wird über ihre Farmers-Tochter, die für die Farmers-Gruppe Dienstleistungen erbringt und dafür Gebühren einnimmt, 2,43 Milliarden zum Preis beisteuern. Farmers bezahlt die restlichen 1,51 Milliarden.

Die Zurich will den von ihr bezahlten Kaufpreis zu gleichen Teilen aus internen Mitteln und hybriden Verbindlichkeiten stemmen. Die Kapitalposition soll dadurch nicht allzu stark belastet werden. Die Zurich rechnet damit, dass die Kapitalquote nach dem Swiss Solvency Test stark bleiben wird.

Von Beginn weg gewinnbringend

Die Transaktion wird den Plänen zufolge bereits ab dem ersten vollen Jahr nach deren Abschluss zum Gewinn der Zurich beitragen und ab 2023 eine Kapitalrendite von etwa 10 Prozent erwirtschaften. Der Abschluss wird im zweiten Quartal 2021 erwartet, wobei es bis dahin noch zu bestimmten Anpassungen beim Preis kommen könne.

Die Akquisition erhöhe das Wachstumspotenzial der Farmers-Gruppe signifikant, ist Zurich-CEO Mario Greco in der Mitteilung vom Zukauf überzeugt. «Zusammen mit der anhaltenden Erhöhung der Prämiensätze im Firmenkundengeschäft wird diese Akquisition unsere Fähigkeit stärken, die Ziele für 2022 zu erreichen».

SDA/sep

2 Kommentare
    Heinz Ryffel

    Wie lange ist es her, dass das Autoversicherungsgeschäft in den USA aufgegeben wurde, weil es ein Riesenflop war? Und nun das. Die Zürich verdient an den hiesigen Prämien einfach noch viel zu viel. Deshalb können sich die Manager derartige Machenschaften leisten. Erhöht das Ego und die Boni. Wenn es schief läuft sind andere schuld.