Rorbas

Zwei Künstler beleben einstigen Partyraum

Noch dieses Wochenende zeigen die beiden Kunstschaffenden Lucas Schelling und Andy Bischof ihre Werke im ehemaligen «Chüeferbeizli». Das alte Gebäude verleiht ihren Arbeiten eine stimmige Kulisse.

Lucas Schelling (links) und Andy Bischof haben im ehemaligen Chüeferbeizli die geeigneten Räumlichkeiten für die Ausstellung ihrer Werke gefunden.

Lucas Schelling (links) und Andy Bischof haben im ehemaligen Chüeferbeizli die geeigneten Räumlichkeiten für die Ausstellung ihrer Werke gefunden. Bild: Paco Carrascosa

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Bis vor knapp zwei Jahren wurde im lauschigen Chüeferbeizli gefeiert und Party gemacht. Dann hörte der Besitzer Walter Schneider altershalber auf. Die beiden Künstler Lucas Schelling aus Augwil und Andy Bischof aus Rorbas entschlossen sich, die alten Räume wieder mit Leben zu füllen, und stellen nun darin ihre Kunst aus. Andy Bischof lebt seit vielen Jahren neben dem Beizli und kennt die Räumlichkeiten gut.

Die zeitgenössischen, grossformatigen Bilder von Lucas Schelling kommen im Keller mit dem Holz besonders gut zur Geltung. Seine bevorzugten Werke platziert er prominent und lässt sie im Raum wirken. Andere laden zum Stöbern ein. Schellings Kunst lehnt sich an Keith Haring, den Vertreter der Pop-Art der 1980er-Jahre, an, andere Bilder erinnern mehr an Andy Warhol.

«Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.»Lucas Schelling

Inspiration für sein künstlerisches Schaffen holt sich Lucas Schelling auf Reisen: «Ich besuche oft und gerne Galerien, Museen und Ausstellungen im In- und Ausland.» Und jedes Mal entdecke er etwas Neues, unbekannte Künstler und Arbeitstechniken, die er noch nicht kenne, sagt der ehemalige Flugbegleiter. Er arbeitet gerne mit neuen Techniken, um sich künstlerisch auszudrücken. Sein Credo lautet: «Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.»

Etliche seiner Werke sind bereits mit einem roten Punkt markiert, was bedeutet, dass hier bereits ein Kunstliebhaber fündig geworden ist.

Kontakt pflegen

«Ich freue mich sehr, wenn die Besucher ein bisschen Zeit mitbringen, sich über die Kunst Gedanken machen, sich darüber austauschen und interessiert sind, den Kunstschaffenden hinter den Werken kennen zu lernen», sagt Andy Bischof. Jede Skulptur ist einzigartig. Der Rorbaser haucht nicht mehr gebrauchten Kaffeekannen, Küchengeräten oder alten Fotoapparaten neues Leben ein und schafft Fantasiefiguren. Die Materialien dazu findet er auf Flohmärkten und in Brockenhäusern. Die Teile der Figuren werden nicht zusammengeschweisst, sondern miteinander verschraubt.

Andy Bischof führt Besucherin Vreni Stauffacher und eine Freundin durch die Räume. Beide Frauen lieben Kunst und unterhalten sich angeregt über seine Skulpturen. Vreni Stauffacher ist Buchautorin und fotografierte ein Objekt von Bischof für den Umschlag ihres Buches «Schattenwurf». Es ist die Liebe zur Kunst, die sie mit ihm verbindet.

Einst Mühle, dann Küferei und Mosterei

Das Chüeferbeizli, das bis Ende 2017 ein gern gebuchter Partyraum war, war einst eine Mühle, später eine Küferei und Mosterei. Das Haus steht unter Denkmalschutz; und der Wildbach, der unmittelbar neben dem Haus vorbeiplätschert, gibt den natürlichen Hintergrundklang zur Ausstellung, gemäss dem Motto «Kunst am Bach».

Der Besitzer der Liegenschaft ist Walter Schneider. Sein ganzes Leben lang hat er in diesem Haus gewohnte, das heisst rund 74 Jahre. Es habe ihn sehr gefreut, als Andy Bischof und Lucas Schelling mit der Idee einer gemeinsamen Ausstellung auf ihn zugekommen seien. Und während sich die beiden Künstler um die Besucherinnen und Besucher kümmern, setzt Walter Schneider den Grill in Betrieb, um die Gäste zu bewirten. Auch er freut sich, dass die Räumlichkeiten, die er selber ausgebaut hat, nochmals zu Ehren kommen.

Erstellt: 27.09.2019, 17:11 Uhr

Öffnungszeiten:

Samstag, 28. September, 15 bis 20 Uhr, Sonntag, 29. September, 14 bis
18 Uhr.

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