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Hooligans verletzen Polizisten vor Fussballmatch

Zwei St. Galler Kantonspolizisten sind am Donnerstag vor einem Fussballmatch in Rapperswil-Jona mit einem Knallkörper beworfen und verletzt worden. Die Petarde kam aus einer Fangruppe des FC Aarau. Auch während des Spiels sorgten Anhänger des Gästeteams für unrühmliche Szenen.

Während des Spiels sorgten die Fans des FC Aarau im Stadion Grünfeld für Petardenrauch.
Während des Spiels sorgten die Fans des FC Aarau im Stadion Grünfeld für Petardenrauch.
Manuela Matt
Die Aarauer verhielten sich gemäss Polizei bereits auf der Hinreise zum Spiel in Rapperswil auffällig und zündeten immer wieder Böller.
Die Aarauer verhielten sich gemäss Polizei bereits auf der Hinreise zum Spiel in Rapperswil auffällig und zündeten immer wieder Böller.
Manuela Matt
Torjubel der Aarauer Fans beim ersten Treffer ihres Teams auf dem Grünfeld.
Torjubel der Aarauer Fans beim ersten Treffer ihres Teams auf dem Grünfeld.
Manuela Matt
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Erstmals seit dem Aufstieg vor einem Jahr in die zweithöchste Spielklasse im Schweizer Fussball, hat der FC Rapperswil-Jona Bekanntschaft mit der Gewaltbereitschaft von Fussballfans gemacht. Wie wenige Stunden zuvor in Zürich, als Hooligans zwei Stadtpolizisten angegriffen und einen erheblich verletzt hatten, ging es am Donnerstag in Rapperswil-Jona ebenfalls um eine gezielte Attacke gegen Polizisten. Passiert ist der Angriff vor dem Challenge League-Spiel FCRJ gegen den FC Aarau. Als die Kantonspolizei am Donnerstagnachmittag eine Gruppe von rund 100 Anhängern des FC Aarau zum Stadion Grünfeld eskortierte, wurde plötzlich ein Knallkörper aus dem Fanpulk gegen zwei Polizisten geworfen.

Die Petarde explodierte und traf einen Polizisten am Rücken. Er erlitt eine faustgrosse Brandverletzung und musste ins Spital gebracht werden, wie die Kantonspolizei am Freitag mitteilte. Zudem verursachte der Knall bei beiden Polizisten ein Hörtrauma. Die zwei Männer sind derzeit dienstuntauglich.

Falschen Zug genommen

Bereits bei der Ankunft mit dem Schiff liessen die Fans in Rapperswil Böller krachen. Gemäss Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, seien sie nicht direkt zum Stadion Grünfeld, sondern in die Stadt gezogen. Dort sei auch Alkohol konsumiert worden. Dann nahmen die Fans vom Bahnhof den falschen Zug, der erst in Schmerikon hielt. Von dort fuhren sie zurück und stiegen an der dem Stadion am nächsten gelegenen Station Blumenau aus. Die Kantonspolizei geleitete die Gruppe bis vor den Fussballplatz, wo es zum Petardenwurf kam.

Nicht als Risikospiel bewertet

Die Kantonspolizei beurteilt in Zusammenarbeit mit der Heimmannschaft jedes Spiel gemäss Sicherheitsdispositiv nach dem Konfliktpotenzial. Mediensprecher Krüsi zählt auf, was die Polizei bei ihrer Risikoabschätzung berücksichtigt: «Gibt es verfeindete Fangruppen? Sind die Fans des Gästeteams als gewaltbereit bekannt? Gab es beim letzten Spiel zwischen den beiden Teams Probleme? Stehen sie im harten sportlichen Konkurrenzkampf?»

Der Match FCRJ gegen den FC Aarau sei als «Spiel mit kleinem Risiko» beurteilt worden, erklärt Krüsi. Konfrontationen wurden nicht erwartet. «Darum haben wir entschieden, das Spiel mit normal uniformierten Polizisten in ihren roten Einsatzjacken zu beschicken.» Auf den schwarz gekleideten Ordnungsdienst mit Schutzschild, Helm, Schlagstock und Tränengas wurde verzichtet.

«Bisher immer problemlos»

Der Angriff auf die beiden Polizisten in Rapperswil-Jona ist eine traurige Premiere, seit der FCRJ in die Challenge League aufgestiegen ist. «Mir ist bisher kein solcher Zwischenfall bekannt», sagt Krüsi. Den FCRJ bezeichnet er als «guten Partner – immer problemlos.» Im Stadion liegt die Verantwortung beim Verein. Auch dort fielen die Aarau-Fans negativ auf. Weil sie immer wieder Pyroartikel und Rauchpetarden zündeten, musste das Spiel mehrmals unterbrochen werden.

Auf dem Schiff hingegen ereigneten sich keine Vorfälle mit den Fans. Laut Wiebke Sander, Sprecherin der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft, gab es auf der über einstündigen Fahrt nach Rapperswil «keine Probleme».

Die Kantonspolizei hat Ermittlungen gegen den Werfer des Knallkörpers aufgenommen. Auf Videoaufnahmen kann sie nicht zählen, weil vor dem Grünfeld keine Kameras installiert sind.

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